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Nicht nur durch Körperkontakt – Forschende entdecken neuen Übertragungsweg für Affenpocken

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Von: Alina Schröder

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Können sich Affenpocken nur über engen Körperkontakt übertragen? Das fragen sich Forschende aus Hamburg. Ihre Studie beweist einen weiteren Infektionsweg.

Hamburg – Seit Mai 2022 steigen weltweit die Infektionen mit den Affenpocken. Es ist der bislang größte Ausbruch der Westafrikanischen Schuppenpocken in Ländern mit nicht endemischen Vorkommen. Eine aktuelle Studie beweist nun, dass das Affenpocken-Virus überraschend stark mutiert. Forschende sowie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußern dahingehend ihre Sorge.

Zunächst hieß es, dass das Virus der Affenpocken, für das die WHO inzwischen einen neuen Namen sucht, durch engen Körperkontakt übertragen werden kann. Um weitere Übertragungswege ausschließen zu können, führten Wissenschaftler:innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf Untersuchungen durch – und kamen zu einer weitreichenden Erkenntnis.

Neue Studie zeigt: Affenpocken-Infektion durch kontaminierte Oberflächen möglich

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „Eurosurveillance“ veröffentlicht. Laut diesen können Oberflächen, die an Affenpocken erkrankte Patient:innen berührt haben, hochgradig mit dem Virus belastet sein. Dies ergab eine Analyse von Forschenden aus dem Arbeitsbereich Krankenhaushygiene, dem Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene und der Sektion Infektiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Steigert das nun die Gefahr für Menschen, sich mit den Affenpocken zu infizieren? Laut dem Forschungsteam ist das noch nicht geklärt. Johannes Knobloch, Leiter der Studie, erklärte in einer Pressemitteilung: „Wir gehen davon aus, dass Oberflächen sehr stark belastet sein müssten, um sich durch den Kontakt mit dieser Oberfläche anstecken zu können.“ Dies betreffe vor allem Personal im Gesundheitswesen, das sich um die Versorgung und Behandlung der infizierten Patient:innen kümmert, sowie Personen, die mit Erkrankten zusammenleben.

„Von öffentlich zugänglichen Handkontaktflächen wie Türklinken oder Aufzugknöpfen geht nach den bisherigen Erkenntnissen keine Gefährdung aus“, so Knobloch. Auf Oberflächen, die direkt von erkrankten Patient:innen berührt worden sind, konnten die Forschenden laut eigenen Angaben jedoch bis zu einer Million Virusbestandteile nachweisen.

Affenpocken-Studie: Enger Körperkontakt weiterhin häufigster Übertragungsweg

Weltweit stellen Wissenschaftler:innen derzeit Forschungen zu dem brisanten Affenpocken-Ausbruch an. Den Forschenden der UKE ist es nun erstmals gelungen, die Viren von stark belasteten Oberflächen anzuzüchten. Die Anzucht der Viren von kontaminierten, nicht lebendigen Oberflächen, zählt in der Forschung zu den wichtigen Bausteinen, um Übertragungswege verstehen und aufzeigen zu können. Bei Affenpocken sei dieser jedoch hauptsächlich der enge Körperkontakt mit infizierten Personen.

Eine neue Studie aus Hamburg beweist einen weiteren Übertragungsweg für Affenpocken. (Symbolbild)
Eine neue Studie aus Hamburg beweist einen weiteren Übertragungsweg für Affenpocken. (Symbolbild) © Carlos Luján/dpa

„Unsere Ergebnisse passen zu den bisherigen Beobachtungen, dass sich Personen in den meisten Fällen nur bei einem sehr engen Kontakt zu einem Erkrankten anstecken können“, sagte Knobloch. Allerdings beweisen die Erkenntnisse, dass sich das medizinische Personal bei der Versorgung betroffener Personen strikt „an die empfohlenen Schutzmaßnahmen halten sollten.“ (asc)

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