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Raumfahrt

Chinesische Rakete stürzt unkontrolliert auf die Erde

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Ein 21 Tonnen schweres Teil einer chinesischen Rakete stürzt in der Nacht zu Sonntag zu Boden: Der Absturzort befindet sich wohl im Indischen Ozean.

Beim Start der chinesischen Rakete war noch alles in Ordnung. Doch nun stürzt die Raketenstufe der Transportrakete Changzheng-5B („Langer Marsch“) unkontrolliert auf die Erde.

Update von Sonntag, 09.05.2021, 07.30 Uhr: Das wars. In der vergangenen Nacht ist die chinesische Rakete abgestürzt. Um 2.14 Uhr (UTC) ist das Raketenteil unkontrolliert in die Erdatmosphäre eingetreten, die Teile, die den Wiedereintritt überstanden haben, sind nach Angaben von „Space Track“ nördlich der Malediven in den Indischen Ozean gestürzt. Die Zeit des Absturzes lag damit fast genau in der Mitte des vorhergesagten Zeitfensters, Schäden dürften angesichts des Absturzortes nicht entstanden sein.

Bei dem Absturz des chinesischen Raketenteils handelt es sich um den viertgrößten unkontrollierten Absturz aus dem Weltall. Der größte Absturz war die US-Raumstation „Skylab“.

Chinesische Rakete stürzt unkontrolliert ab

+++ 20.30 Uhr: Mittlerweile gibt es mehrere Vorhersagen, wann die chinesische Rakete abstürzen wird, die sich ziemlich einig sind: Gegen 3.30 Uhr plus/minus 180 Minuten soll die Rakete in die Erdatmosphäre eindringen – also zwischen 0.30 Uhr und 6.30 Uhr. Wo genau das chinesische Raketenteil abstürzen wird, ist weiterhin unklar, wie viele Teile der Rakete das Eindringen in die Erdatmosphäre überstehen werden, ist ebenfalls unklar. Fachleute gehen davon aus, dass etwa 20 bis 40 Prozent der 21 Tonnen schweren ausrangierten Raketenstufe nicht verglühen werden. Die Trümmerteile dürften sich weit verstreuen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit im Meer oder in einer unbewohnten Region der Erde herunterkommen.

+++ 14.31 Uhr: China hat eine Gefahr durch herabfallende Überreste seiner für den Bau der chinesischen Raumstation genutzten Rakete bestritten. Es sei „sehr unwahrscheinlich“, dass sie Schaden anrichten könnten, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Wang Wenbin, auf Journalistenfragen in Peking. Die Raketenstufe werde beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen und zerstört. „Das ist internationale Praxis.“ 

Teil von chinesischer Rakete wird auf die Erde stürzen

Update vom Samstag, 08.05.2021, 09.25 Uhr: Die chinesische Rakete taumelt immer weiter Richtung Erde – doch bald dürfte es vorbei sein. Die Rakete umkreist die Erde derzeit auf einer Höhe von 149 bis 234 Kilometern, Tendenz sinkend. Die US Air Force schätzt, dass das außer Kontrolle geratene Raketenteil zwischen Samstagabend (08.05.2021) 22 Uhr und Sonntagmorgen (09.05.2021) 10 Uhr abstürzen wird. Weiterhin ist es allerdings unklar, wo die Rakete auf die Erde herunterstürzen wird – um den Absturzort zu berechnen, ist das Zeitfenster für den Absturz noch zu groß.

Chinesische Rakete stürzt unkontrolliert Richtung Erde: Experten geben Prognose ab

+++ 12.45 Uhr: Wann wird das chinesische Raketenteil unkontrolliert zur Erde fallen? Das ist immer noch nicht ganz klar, doch die Berechnungen werden etwas genauer. Ungefähr zwischen Samstagnachmittag und Sonntagmorgen soll es so weit sein, schätzen Experten.

Gewicht der Raketenstufe21 Tonnen (ohne Treibstoff)
Größe der Raketenstufe30x5 Meter
Geschwindigkeit25.200 Kilometer pro Stunde
Höhe der Umlaufbahn um die Erde165 bis 326 Kilometer
Bahnneigung41,5 Grad

Für eine Bestimmung des Absturzortes ist das freilich noch viel zu ungenau. Allerdings beruhigt „Space Track“: „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Rakete in Ihrer Nähe abstürzt, ist sehr klein“, heißt es auf Twitter. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 196,9 Millionen (0.000000005%), dass die Rakete innerhalb von 800 Metern von einem Ort abstürze.

Chinesische Rakete stürzt unkontrolliert Richtung Erde: USA planen aktuell keinen Abschuss

Update vom Freitag, 07.05.2021, 06.15 Uhr: Wie soll man mit der offenbar unkontrolliert zur Erde stürzenden chinesischen Weltraum-Rakete vom Typ Langer Marsch umgehen? Diese Frage stellt sich derzeit auch das US-Verteidigungsministerium. Verteidigungsminister Lloyd Austin machte jetzt zumindest klar, dass ein Abschuss derzeit nicht infrage komme. „Wir können eine Menge Dinge tun aber wir haben derzeit keinen Plan, sie abzuschießen“, sagte er zu Journalisten.

Mit dem Absturz rechnet das Pentagon am Samstag oder Sonntag. Eine exakte Absturzstelle sei schwer vorherzusagen. „Wir hoffen, dass sie an einem Ort landet, wo sie niemandem schadet“, sagte Austin. Indirekt warf er China fahrlässiges Handeln vor: Die Situation spreche wohl für die Tatsache, „dass es für diejenigen von uns, die im Weltraum operieren, eine Anforderung gibt oder geben sollte, in einem sicheren und durchdachten Modus zu arbeiten“.

Weil etwa 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt sind, ist eine Landung im Meer am wahrscheinlichsten. Ein Absturz in bewohntem Gebiet oder auf ein Schiff ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Rakete vor Absturz: China beruhigt - „Die Leute müssen sich keine Sorgen machen“

Update vom Donnerstag, 06.05.2021, 07.30 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium verfolgt mit Sorge die offenbar unkontrollierte Rückkehr einer chinesischen Weltraum-Rakete vom Typ Langer Marsch zur Erde. Die Rakete sinke derzeit „fast intakt nach unten“ und werde voraussichtlich ungefähr am Samstag wieder in die Atmosphäre eintreten, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby am Mittwoch (Ortszeit). Eine exakte Absturzstelle zu berechnen sei wegen des unkontrollierten Absinkens derzeit fast unmöglich.

Update vom Donnerstag, 06.05.2021, 07.07 Uhr: Chinas Staatsmedien haben Warnungen vor herabfallenden Trümmerteilen einer für den Bau der chinesischen Raumstation benutzten Trägerrakete zurückgewiesen. Die Bruchstücke dürften „sehr wahrscheinlich in internationale Gewässer fallen, und die Leute müssen sich keine Sorgen machen“, schrieb die häufig als englischsprachiges Propagandaorgan dienende Zeitung „Global Times“ am Donnerstag (06.05.2021) unter Hinweis auf Raumfahrtexperten.

Westliche Raumfahrtexperten hatten vor möglichen Trümmerteilen durch einen «unkontrollierten» Wiedereintritt der 20 Tonnen schweren Hauptraketenstufe in die Atmosphäre an diesem Wochenende oder Montag gewarnt. Deutschland liegt voraussichtlich aber nicht in der Risikozone, wie das Büro für Raumfahrtrückstände der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt berichtete.

Chinesische Rakete: Absturzort und Zeitpunkt noch unklar

Update vom Mittwoch, 05.05.2021, 09.30 Uhr: Wann wird das chinesische Raketenteil, das das erste Modul der neuen chinesischen Raumstation ins All gebracht hat, unkontrolliert zurück auf die Erde fallen? Derzeit umkreist es die Erde, doch sein Orbit sinkt. Bisher gibt es zwei Berechnungen, wann die Rakete unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintritt. „Space Track“ sagt einen unkontrollierten Wiedereintritt zwischen 2.00 Uhr am 8. Mai und 20.00 Uhr am 9. Mai vorher.

„The Aerospace Company“ hat ein größeres Zeitfenster für den Absturz berechnet: Zwischen 1.00 Uhr am 8. Mai und 9.00 Uhr am 10. Mai. Diese Berechnungen werden in den kommenden Tagen weiter verfeinert werden - eines dürften sie jedoch bis kurz vor Schluss nicht hinbekommen: den Absturzort richtig vorherbestimmen. Dazu ist die Rakete weiterhin zu schnell unterwegs.

Chinesische Rakete: Weltraumschrott stürzt unkontrolliert Richtung Erde – Absturzort unklar

Peking – Die Meldung sorgte Ende April für Schlagzeilen: China hat das erste Modul einer eigenen Raumstation ins All gebracht, während das Ende der Internationalen Raumstation ISS offenbar näher rückt. Nur einige Tage nach dem Start des Moduls „Tianhe“ sorgt die chinesische Mission erneut für Schlagzeilen – dieses Mal jedoch für negative: Die Raketenstufe, die das erste Modul der Raumstation in eine Erdumlaufbahn gebracht hat, stürzt derzeit unkontrolliert zur Erde.

Unkontrollierte Wiedereintritte in die Erdatmosphäre ereignen sich etwa 50 bis 60 Mal pro Jahr, schätzt Holger Krag, Leiter des Esa-Programms für Weltraumsicherheit, gegenüber Spacenews.com. Allerdings ist die Raketenstufe der Transportrakete Changzheng-5B („Langer Marsch“) schwerer als alle Teile, die seit 1990 unkontrolliert abgestürzt sind. „Seit 1990 wurde nichts über 10 Tonnen absichtlich im Erdorbit gelassen, um unkontrolliert abzustürzen“, erklärt der Astronom und Raumfahrt-Beobachter Jonathan McDowell.

Teil einer chinesischen Rakete stürzt unkontrolliert auf die Erde

Die chinesische Raketenstufe wiegt ohne Treibstoff etwa 21 Tonnen, sie ist etwa 30 Meter lang und fünf Meter breit. Ein Großteil der Raketenstufe dürfte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühen – jedoch nicht alles. Etwa 20 bis 40 Prozent der Masse könnte den Eintritt überstehen, vermuten Fachleute. Diese Teile stürzen dann auf die Erde – wann und wo genau ist sehr schwer vorherzusagen, unter anderem, weil die Raketenstufe sehr schnell unterwegs ist. Derzeit taumelt sie mit einer Geschwindigkeit von sieben Kilometern pro Sekunde (25.200 km/h) in einer Höhe von 165 bis 326 Kilometern um die Erde und umkreist den blauen Planeten dabei etwa einmal alle 90 Minuten.

Die Reibung der Atmosphäre bremst die chinesische Raketenstufe immer weiter ab, die Rakete verliert dadurch an Höhe und wird früher oder später abstürzen. Genau kann man zwar nicht berechnen, wo die Raketenteile herunterkommen werden, doch zumindest kennt man einen Korridor auf der Erde, in dem die Rakete abstürzen wird. Die chinesische Rakete hat eine Bahnneigung von 41,5 Grad, was bedeutet, dass sie irgendwo im Bereich zwischen 41,5 Grad nördlicher und 41,5 Grad südlicher Breite abstürzen wird. Auf der Grenze dieses Korridors liegen Städte wie New York, Madrid, Barcelona, Rom, Istanbul, Beijing und Wellington – im Korridor selbst befindet sich aber auch sehr viel unbewohntes Gebiet und Meer. „Im schlimmsten Fall wird es wie der Absturz eines kleinen Flugzeugs, der sich aber über Hunderte Kilometer verteilt“, so McDowell gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Abstürzende Rakete aus China kann bewohntes Gebiet treffen

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Überreste der chinesischen Rakete ins Meer oder auf unbewohntes Gebiet stürzen, ist groß. Doch es ist auch möglich, dass die abstürzende Raketenstufe bewohntes Gebiet trifft. Vorhersagen lässt sich das nur sehr schlecht: Liegt die Vorhersage nur fünf Minuten daneben, ist die Rakete bereits mehr als 2000 Kilometer weiter geflogen. In die Berechnung fließen viele Parameter mit ein, die nicht ganz klar sind: Wie schnell wird die Rakete an Höhe verlieren und abstürzen? Wie viel Masse wird den Wiedereintritt überstehen? Eins ist jedoch bereits sicher: Deutschland wird von der chinesischen Rakete nicht getroffen – das Land liegt zu weit nördlich.

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Die meisten Raketenstufen kommen irgendwann wieder zur Erde zurück. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX beispielsweise lässt die erste Raketenstufe der „Falcon 9“-Rakete auf der Erde oder einem Drohnenschiff landen, um sie wiederzuverwenden. Meist werden Raketenstufen jedoch kontrolliert zum Absturz gebracht – sie stürzen dann ins Meer, beispielsweise im Südpazifik ab. Dort gibt es den sogenannten „Raumschifffriedhof“, eine Region, die sehr abgelegen ist und von der das nächste Land mehr als 2000 Kilometer entfernt ist. Unter anderem die russische Raumstation Mir wurde dort versenkt, insgesamt haben dort mehr als 260 Raumschiffe ihr Ende gefunden.

China: Raumstation „Tiangong-1“ stürzte auch unkontrolliert ab

Der bisher größte unkontrollierte Absturz eines Raumfahrtobjektes war der Absturz der 90 Tonnen schweren US-Raumstation „Skylab“ im Jahr 1979. Der Absturz sollte kontrolliert ablaufen, doch die Berechnungen stimmten nicht ganz, so dass Bruchstücke der Raumstation auf den Indischen Ozean und den Westen Australiens herabfielen. Auch die erste chinesische Raumstation „Tiangong-1“ stürzte 2018 unkontrolliert ab. Der Teil der 8,5 Tonnen schweren Raumstation, der nicht verglühte, stürzte bei Tahiti ins Meer. Die Nachfolge-Raumstation „Tiangong-2“ wurde 2019 kontrolliert zum Absturz gebracht.

Die Raumstation, die China derzeit aufbaut, trägt den Namen „Tiangong“ und soll deutlich größer werden als ihre Vorgängerinnen. Geplant sind insgesamt elf Raumflüge. Ob die Raketenstufen nach Abschluss ihrer Aufgaben dann auch wieder unkontrolliert abstürzen werden, wird sich zeigen. Raumfahrt-Beobachter McDowell ist von der abstürzenden chinesischen Raketenstufe jedenfalls nicht begeistert: „Ich denke, angesichts des derzeitigen Standards ist es unakzeptabel, die Raketenstufe unkontrolliert abstürzen zu lassen.“ (Tanja Banner)

Rubriklistenbild: © dpa/XinHua/Ju Zhenhua

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