1. Startseite
  2. Wissen

Erhöhtes Krebsrisiko nach Terroranschlägen vom 11. September

Erstellt:

Von: Pamela Dörhöfer

Kommentare

Ein New Yorker Feuerwehrmann fordert zehn weitere Helfer an - das Foto entstand am 15. September 2001. Seine Kolleginnen und Kollegen, die nach den Anschlägen vom 11. September als Erste vor Ort im Einsatz waren, haben ein erhöhtes Leukämie-Risiko, wie eine Studie ergab.
Ein New Yorker Feuerwehrmann fordert zehn weitere Helfer an - das Foto entstand am 15. September 2001. Seine Kolleginnen und Kollegen, die nach den Anschlägen vom 11. September als Erste vor Ort im Einsatz waren, haben ein erhöhtes Leukämie-Risiko, wie eine Studie ergab. © Imago

Zwei Studien belegen höhere Krankheitswahrscheinlichkeit bei den Feuerwehrleuten, die am World Trade Center als Erste im Einsatz waren.

Frankfurt – Die Feuerwehrleute, die bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center als Ersthelfer im Einsatz waren, haben ein erhöhtes Risiko, eine Leukämie zu entwickeln. Davon geht ein Team von Forschenden des Vanderbilt-Ingram Cancer Center (VICC) unter der Leitung des Hämatologen Michael Savona nach der Untersuchung von Blutproben aus. Als Ursache vermuten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem die brennenden Partikel in den getroffenen Hochhäusern. Ihre Studie ist Anfang der Woche im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht worden.

Krebsrisiko: Mutationen bei Leukozyten

Die Forschenden entdeckten bei den Ersthelfern im Vergleich zu anderen einen „signifikant höheren Prozentsatz“ an Blutproben, bei denen es Hinweise auf Mutationen bei weißen Blutkörperchen gab. So fanden sich bei zehn Prozent Anzeichen für eine klonale Hämatopoese (Mutationen von Leukozyten), während es bei den Proben von Feuerwehrleuten, die keinen Partikeln aus den brennenden Wolkenkratzern ausgesetzt waren, 6,7 Prozent waren.

Klonale Hämatopoese tritt meist erst im höheren Alter auf und ist durch Mutationen in bestimmten Genen gekennzeichnet, die den betroffenen Blutzellen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber normalen Blutzellen verschaffen und das Risiko für Leukämie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Krebsrisiko nach Terroranschlag: Deutlicher Anstieg bei den blutbildenden Stammzellen

Die Forschenden setzten für ihre Studie zudem Mäuse Partikeln aus, die denen entsprechen, die Ersthelfer beim Einsatz am World Trade Centers aufgenommen haben. 30 Tage nach der Exposition beobachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen deutlichen Anstieg bei den blutbildenden Stammzellen.

Bereits im Herbst 2021 hatten Forschende um Mayris Webber vom Montefiore Medical Center New York eine Studie im „British Medical Journal“ veröffentlicht, die für die am 11. September 2001 tätigen Feuerwehrleute ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko konstatierte – um insgesamt 13 Prozent. Allerdings stand hier die Leukämie nicht im Fokus. Erhöht ist laut dieser Arbeit vor allem die Wahrscheinlichkeit, an Prostata- und an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Bei Letzterem war das Risiko mehr als doppelt so groß, beim Prostatakarzinom war es um 39 Prozent erhöht. Im Durchschnitt waren die Feuerwehrleute des World Trade Centers auch etwa vier Jahre jünger bei der Diagnose als es sonst der Fall ist. (Pamela Dörhöfer)

Darmkrebs ist die dritthäufigste Tumorart in Deutschland. Der Krebs entwickelt sich oft unerkannt. Auf welche Symptome Sie achten sollten.

Auch interessant

Kommentare