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Rettungspaket Zypern

Zyperns Banken öffnen erst Donnerstag

  • VonSteffen Hebestreit
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Die Banken in Zypern bleiben länger geschlossen als ursprünglich geplant - und zwar bis Donnerstag. Unterdessen setzt die EU die Beteiligung wohlhabender Anleger durch. CDU-Abgeordneter Bosbach rät Zypern, zu einer eigenen Währung zurückzukehren.

Die Banken in Zypern bleiben länger geschlossen als ursprünglich geplant - und zwar bis Donnerstag. Unterdessen setzt die EU die Beteiligung wohlhabender Anleger durch. CDU-Abgeordneter Bosbach rät Zypern, zu einer eigenen Währung zurückzukehren.

Zyperns Banken öffnen nun doch nicht wie geplant am Dienstag. Die Zentralbank des Mittelmeerstaats teilte am Montagabend mit, alle Banken blieben bis Donnerstag zu. Dadurch solle „das gute Funktionieren des gesamten Bankensystems“ gewährleistet werden. Ursprünglich hatte es geheißen, dass nur die zwei größten Institute - die Bank of Cyprus und die Laiki-Bank - weiter geschlossen bleiben.

Zuvor hatte Präsident Anastasiades Einschränkungen des Kapitalverkehrs angekündigt. Damit wolle die Zentralbank das Bankensystem der Inselrepublik schützen, sagte er in einer Fernseh-Ansprache. Die vereinbarten Rettungsmaßnahmen nannte er schmerzhaft.

Merkel: "Gerechte Lastenverteilung"

Mit Erleichterung haben die EU-Staaten und die Regierung in Nikosia darauf reagiert, dass Zyperns Staatsbankrott in letzter Minute abgewendet werden konnte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Montag von einer gerechten Lastenverteilung. „Das gefundene Ergebnis ist richtig, und es nimmt auch die in die Verantwortung, die die Probleme verursacht haben“, sagte Merkel. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, Zypern stehe vor einem schmerzhaften Anpassungsprozess.

In der Nacht hatte sich Zyperns Staatspräsident Nikos Anastasiades mit den EU-Finanzministern in Brüssel auf das Rettungspaket geeinigt. Es sieht unter anderem vor, die zwei größten Banken des Landes abzuwickeln beziehungsweise neu zu strukturieren. Die Eigentümer der Geldhäuser sowie die Anleger mit Vermögen von mehr als 100.000 Euro sollen dabei massiv beteiligt werden. Kleinanleger und Sparer sollen indes, anders als vor acht Tagen vereinbart, geschont werden.

Vermögen werden eingefroren

Die Anleger bei der Bank of Cyprus müssen auf Einlagen von mehr als 100.000 Euro Einbußen von mindestens 30 Prozent hinnehmen. Wer sein Vermögen bei der Laiki-Bank angelegt hat, muss sogar den kompletten Verlust seiner Anlagen über 100.000 Euro fürchten. Vorerst werden diese Vermögen eingefroren.

Der Deutsche Bundestag wird aller Voraussicht nach nicht zu einer Sondersitzung wegen des Rettungspakets zusammenkommen müssen, für das die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zehn Milliarden Euro bereitstellen soll. Schäuble zeigte sich überzeugt, dass die nötigen Beschlüsse im Parlament in der regulären Sitzungswoche Mitte April getroffen werden könnten.

Union, FDP, SPD und Grüne begrüßten die Zypern-Einigung. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin bedauerte aber, dass mit dem Hin und Her Zeit und Vertrauen verspielt worden sei. Außer der Linksfraktion lehnt der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach das Rettungspaket ab. Bosbach sagte der WAZ, er sehe nicht, wie damit die Probleme Zyperns gelöst werden könnten. Er riet Nikosia, zu einer eigenen Währung zurückzukehren.

Russlands Präsident Wladimir Putin signalisierte die Bereitschaft, für Zypern günstigere Konditionen für einen laufenden Kredit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro auszuhandeln. Die Regierung in Nikosia hatte vorige Woche um einen günstigeren Zinssatz und eine längere Laufzeit gebeten.

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