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Zwiespältig

  • VonBernhard Bartsch
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Der größte Börsengang in der Geschichte Chinas verdeckt Probleme. Denn nirgends ist der chinesische Aufstiegstraum schwerer zu verwirklichen als in den Dörfern.

China ist um einen Superlativ reicher: Die Agricultural Bank of China (ABC), lange Zeit das Sorgenkind des chinesischen Finanzsektors, legt den größten Börsengang in der Geschichte hin. 23 Milliarden Dollar nimmt sie ein –und das mit nur 15 Prozent ihrer Anteile. Der Rekord ist ein Vertrauensbeweis für Chinas wirtschaftliches Potenzial und die Fähigkeit Pekings, langfristig auf Wachstumskurs zu bleiben. Gleichzeitig signalisiert dies, wie sich die Welt durch die Finanzkrise verändert hat: Dass ausgerechnet eine chinesische Bank an den Börsen das Ende der Krise einläutet, zeigt das globale Gewicht der Volksrepublik.

Trotzdem sollte man sich von der Magie der großen Zahl nicht zu sehr verzaubern lassen, vor allem wenn es um China geht. So groß wie seine Erfolge sind auch seine Probleme, und die größten liegen ausgerechnet dort, wo die ABC ihre Geschäfte macht: in den ländlichen Gebieten. Wer die Aktien der chinesischen Bauernsparkasse kauft, wettet darauf, dass Pekings Strategie für die Entwicklung des Hinterlands aufgeht.

Zweifellos geht es den Bauern heute besser als im Gründungsjahr der Bank 1951. Doch seither hat sich die Kluft zwischen Land und Stadt, Arm und Reich stetig vergrößert, allen staatlichen Ausgleichsbemühungen zum Trotz. Nirgends ist der chinesische Aufstiegstraum schwerer zu verwirklichen als in den Dörfern, weswegen Hunderte Millionen Chinesen in die Städte ziehen. Ob sie ihrer Dorfsparkasse auch dort die Treue halten? Wohl kaum wegen des Börsen-Superlativs.

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