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Olaf Berlien, CEO von Osram: Wie geht es weiter mit dem Unternehmen? 

Übernahme

Bei Osram geht die Angst um

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Aktionäre fürchten eine Übernahme durch Finanzinvestoren, Personal und Aufsichtsräte eine Zerschlagung.

Gleich die erste Rednerin zeichnet ein bedrohliches Bild. „Ich kann ein paar Haie rund um das Osram-Hochhaus schwimmen sehen“, sagte eine Aktionärsschützerin zum diesjährigen Eignertreffen des Münchner Unternehmens. Zwei der gefräßigen Tiere kennt man seit voriger Woche namentlich. Da hatte Osram-Chef Olaf Berlien erklären lassen, dass man mit den Finanzinvestoren Bain und Carlyle in vertieften Gesprächen zu einer Komplettübernahme steht.

Die Aktionäre sind überzeugt, dass der Vorstand das über 100-jährige Traditionsunternehmen mit Fehleinschätzungen in eine prekäre Lage gebracht und zum Spielball von Investoren gemacht habe. Sie bezweifeln, dass das Management unter Berlien noch Herr im eigenen Haus ist und sehen die Führungsriege als Getriebene. In die Verantwortung nehmen Aktionäre aber auch Siemens. Die Ex-Mutter habe sich fünf Jahre nach dem Osram-Börsengang zu schnell von letzten Anteilen getrennt. Nun stehe der Licht-Konzern ohne schützenden Ankeraktionär an einem Scheideweg.

Osram-Management in der Kritik

Vertreter großer Fondsgesellschaften konzentrierten ihre Kritik auf das Osram-Management. Die Strategie habe zuletzt nicht funktioniert. „Es besteht die Gefahr, dass aus einer Lichtgestalt eine verglühende Wunderkerze wird“, meinte ein Fondsmanager pessimistisch.

Ein anderer Aktionär verlangte von Berlien und seinen Mannen, wenigstens zu verhindern, dass Osram zerschlagen wird. Mit dieser Befürchtung ist er nicht allein. Auch in der Belegschaft und in Teilen des Aufsichtsrats geht die Angst vor eskalierendem Stellenabbau und Zerschlagung um. „Solche Befürchtungen gibt es, das sehe auch ich sorgenvoll“, gesteht ein Aufseher. Aktuell arbeiten konzernweit 27.000 Beschäftigte für Osram.

Bain und Carlyle würden zwar noch zur dezenteren Spezies von Finanzinvestoren zählen. Bekäme das Duo das Sagen, könnten aber rasch neue Gefahren speziell für das Hauptstadtwerk in Berlin und Teile der Fertigung in Herbrechtingen bei Ulm entstehen. Aus Perspektive der Mitarbeiter kommt erschwerend hinzu, dass es für Stellen und Standorte aktuell keinerlei Garantien mehr gibt sondern nur noch stillschweigende Übereinkünfte mit dem Management.

Osram ist im Umbruch 

Osram ist seit Jahren im Dauerumbau begriffen, der von einem fundamentalen Technologiewandel der Branche erzwungen wird. Große Teile des traditionellen Geschäfts hat Berlien bereits verkaufen lassen. Aktuell läuft eine neue Sparrunde mit dem Ziel, 300 Stellen sowie 200 Zeitarbeiterjobs abzubauen – und zwar ausgerechnet im Werk Regensburg, das eigentlich als Vorzeigestandort gilt.

Unumstritten ist, dass der technologische Wandel in der Lichtbranche so massiv und rasant kommt, wie in kaum einer anderen Industrie. Glüh- und Halogenlampen sind Geschichte. Der Umsatz mit traditionellen Leuchtmitteln ist bei Osram binnen fünf Jahren auf 1,2 Milliarden Euro und damit um zwei Drittel eingebrochen. Die Zukunft gehört halbleiterbasierten Licht und Leuchtdioden (LED). LED-Umsatzanteile haben sich im gleichen Zeitraum auf 70 Prozent verdoppelt. Voriges Jahr hat Osram noch gut vier Milliarden Euro umgesetzt.

In der schönen neuen Lichtwelt will Olaf Berlien als Massenhersteller mitspielen und sich dabei auch staatlich subventionierten Konkurrenten unter anderem aus China stellen. Vor diesem Risiko hatte schon Siemens beim Eignertreffen vor drei Jahren gewarnt. Mittlerweile ist die Ex-Mutter von Osram komplett ausgestiegen.

Berlien, der Osram noch vor kurzem als unverkäuflich bezeichnet und lediglich für einen neuen Ankeraktionär mit 15 bis 25 Prozent Anteil geworben hatte, verteidigt die eigene Strategie weiterhin als richtig. Lediglich Fehler bei der Prognose wollte er eingestehen. Osram sei gesund und leide derzeit vor allem wegen der Schwäche von Autobauern, die eine wichtige Abnehmerbranche seien.

Im Fall einer Komplettübernahme durch Bain und Carlyle geht es allerdings auch für ihn persönlich ums Ganze. Berlien wäre nicht der erste von Finanzinvestoren gefeuerte Chef. Zumindest eine seiner Einschätzungen blieb deshalb unwidersprochen. „Osram bleibt ein spannendes Unternehmen“, meinte der Konzernchef.

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