Bio

Zu viele Wertstoffe im Müll

Umweltministerium plädiert für mehr Biotonnen in Kommunen.

Im Restmüll deutscher Haushalte landen zu rund zwei Dritteln Abfälle, die anders entsorgt werden sollten. Mit 39,3 Prozent Gewichtsanteil hat Biomüll einer Studie des Umweltbundesamts zufolge den größten Anteil. 27,6 Prozent, also mehr als ein Viertel, sind Wertstoffe wie Altpapier, Altglas, Textilien oder Holz. Dazu kommen 0,5 Prozent problematischer Abfall wie Batterien und Akkus, Lacke oder Energiesparlampen. Nur 32,6 Prozent des Mülls, also etwa ein Drittel, gehören auch wirklich in den Restmüll, etwa Windeln und Zigarettenkippen, Asche und Kehricht oder Staubsaugerbeutel.

Die am Dienstag vorgestellte Studie ist die erste bundesweite Analyse des Restmülls seit 1985. Demnach hat sich die Menge pro Kopf und Jahr seither fast halbiert, sie sank von 239 auf 128 Kilo. Das heißt aber nicht, dass die Deutschen weniger Abfall produzieren – Wertstoffe wie Papier, Glas und Plastik werden nun vermehrt getrennt gesammelt.

Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sprach von einer „Erfolgsgeschichte“. Ziel müsse aber sein, alles, was wiederverwertet werden könne, auch zu recyceln. Das gelte auch für Biomüll, der in Biogas- oder Kompostieranlagen verwertet werden könne. Die Dichte der Biomülltonnen müsse steigen, darüber sei man mit dem Verband kommunaler Unternehmen im Gespräch. Statt Biomülltonnen in den Haushalten nur zentrale Sammelstellen anzubieten, sei fürs Entsorgen von Küchenabfällen für viele Verbraucher lebensfremd.

Bei der Untersuchung fielen Unterschiede zwischen ländlichen, kleinstädtischen und städtischen Hausmüll-Tonnen auf: In Kleinstädten und Vororten ist die Hausmüll-Menge mit 110,5 Kilo pro Einwohner und Jahr demnach am geringsten, auf dem Land sind es 124,5 Kilo und in der Stadt mit 151,1 Kilo am meisten. (dpa)

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