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Der alte und der neue Vorstandsvorsitzende der Daimler AG: Dieter Zetsche (l.) und Ola Källenius.

Daimler

Zetsche übergibt an Källenius

Ola Källenius übernimmt den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Dieter Zetsche, der nach 13 Jahren ausscheidet.

Dieter Zetsche, Jahrgang 1953, und Ola Källenius, Jahrgang 1969, haben einiges gemeinsam. Zum Beispiel die gigantischen Herausforderungen bei Daimler zu Beginn ihrer jeweiligen Amtszeit. Nach dem Ende der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch wird Källenius den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Zetsche übernehmen. 

Der bisherige Entwicklungschef bekommt es mit einem Unternehmen zu tun, das zwar noch nie so viele Fahrzeuge verkauft und noch nie so hohe Umsätze erzielt hat. Doch der Gewinn stagniert. Der Abgasskandal ist alles andere als ausgestanden. Und zugleich soll der gesamte Konzern in einem höchst aufwendigen Manöver in drei eigenständige Divisionen zerlegt und von einer Dachgesellschaft zusammengehalten werden. Ganz davon abgesehen, gilt es, den Weg in die automobile Zukunft mit Elektromobilität und autonomem Fahren anzusteuern. 

Genau so groß waren die Herausforderungen, als Zetsche vor dreizehn Jahren den Chefposten übernahm. Sein Vorgänger Jürgen Schrempp hatte eine „Hochzeit im Himmel“ mit dem US-Autobauer Chrysler proklamiert. Doch die Kfz-Ehe scheiterte an der Hybris, eine „Welt AG“ zimmern zu wollen. Zetsche musste die Scheidung organisieren. Er musste einen riesigen Verwaltungsapparat, der sich immer wieder selbst lähmte, beweglich und effizient machen. 

Und er besann sich auf das Wesentliche: Pkw der gehobenen Kategorie nebst Nutzfahrzeugen aller Art zu bauen. Mit einer Modelloffensive, die diese Bezeichnung tatsächlich verdient, mit mehreren Dutzend neuen Typen, ging er’s an. Er setzte eine neue Designsprache durch, die Mercedes jünger und sportlicher machte. Alles mit durchschlagendem Erfolg. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer lobt: „Ohne Zetsche würde Daimler nicht mehr existieren, der hat sie vor der Insolvenz gerettet.“

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