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Noch besteht die Möglichkeit, die Autoversicherung zu wechseln. 

KFZ-Versicherung

Zeit zu wechseln: Wie die Auto-Versicherung günstiger wird

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Noch bis zum 30. November können Kfz-Besitzer ihre Policen kündigen. Die Frankfurter Rundschau erklärt, wer gute Chancen auf bessere Konditionen hat.

Jedes Jahr im Herbst senken Kfz-Versicherer die Tarife für Neukunden. Denn bei den allermeisten Verträgen endet die Kündigungsfrist am 30. November. Mit günstigen Policen wollen Versicherer möglichst viele Wechselwillige anwerben. Autofahrer haben also gute Chancen, im kommenden Jahr ein wenig Geld zu sparen. Wer bislang einen eher teuren Tarif hatte, kann seinen Beitrag bei einem Wechsel womöglich deutlich senken. Zwar warnt der Bundesverband der Versicherten davor, nicht blind zum günstigsten Tarif zu greifen und genauso auf die Leistung zu achten, doch auch für die gleiche Leistung gibt es Spielraum beim Preis.

Wie viel Autofahrer für eine Kfz-Versicherung zahlen müssen, hängt allerdings neben dem allgemeinen Preisnachlass zur Wechselsaison nicht unwesentlich von einigen individuellen Faktoren ab. Neben Alter, Wohnort und Fahrzeugmodell, gibt es beispielsweise auch Tarife, die den Preis von der Anzahl der gefahrenen Kilometer abhängig machen oder vom Fahrstil.

Wenigfahrer können ordentlich sparen 

Kilometeranzahl:  Autofahrer, die im Jahr nur wenige Kilometer zurücklegen, können davon preislich profitieren. So gibt es mittlerweile Policen, in denen sich die Versicherungssumme danach richtet, wie viele Kilometer tatsächlich gefahren werden. Laut einer aktuellen Untersuchung des Verbraucherratgebers Finanztipp seien einige Tarife bei 2000 Jahreskilometern teilweise deutlich günstiger als herkömmliche Tarife gewesen. „Bei 5000 Kilometern war der Preisvorteil aber meist schon dahin“, so Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztipp.

Um einen solchen Tarif nutzen zu können, benötigt das Auto allerdings einen sogenannten OBD2-Anschluss, mithilfe dessen die Anzahl der tatsächlich gefahrenen Kilometer an den Versicherer übertragen werden. Die Anschlüsse sind seit 2004 in allen Neuwagen verbaut.

Risikoarmes Fahren zahlt sich aus 

Fahrstil:  Überwachen lassen können Autofahrer auch ihren Fahrstil. Wer vorausschauender und somit risikoärmer fährt, zahlt weniger. Aufgezeichnet werden mittels GPS-Blackbox oder Telematik-App zum Beispiel Geschwindigkeit, Bremsverhalten oder Fahrverhalten in Kurven. Tatsächlich kann sich der Tarif lohnen – am ehesten aber für Jüngere, die aufgrund geringerer Fahrerfahrung sonst höher eingestuft worden wären. Laut der Verbraucherzentrale Sachsen können Fahranfänger theoretisch bis zu 30 Prozent bei der Versicherungsprämie sparen. Allerdings warnen die Verbraucherschützer, dass es sich bei den Rabatten in der Regel um Spitzenwerte handelt, die nur schwer erreichbar sind.

Noch weiter geht „Die Bayerische“. Als erste Versicherung bietet sie seit Oktober einen Dashcam-Tarif an. Wer eine Überwachungskamera in seinem Wagen anbringt, die auf die Straße gerichtet ist, erhält einen Versicherungsrabatt von 15 Prozent. Da die Kamera indirekt auch das eigene Fahrverhalten aufzeichne, bewirke der Einsatz einer Dashcam generell ein bewussteres, weniger risikoreiches Fahren, so die Idee des Versicherers.

Mit bestimmten Autos wird's günstiger 

Fahrzeugmodell:  Leichter noch als anhand des Fahrverhaltens ist es für Versicherer, das Unfallrisiko anhand des Fahrzeugtypen abzuschätzen. So werden Fahrzeugmodelle jährlich beispielsweise vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nach ihrer Schadensbilanz ausgewertet. In der Kfz-Haftpflichtversicherung unterscheiden die Statistiker 16 Typklassen (10-25). Je höher die Typklasse, umso teurer ist die Versicherung.

So hat etwa ein Seat Arona 1.0 mit der Einstufung 12 eine vergleichsweise niedrige Klasse, während ein BMW X6 M in der Klasse 24 weit höher eingestuft wird. Verbraucher können die aktuellen Typklassen online unter typklasse.de einsehen. Insgesamt werden laut GDV 6,5 Millionen Autofahrer kommendes Jahr höher eingestuft, während rund 4,6 Millionen durch eine niedrigere Klasse als zuvor profitieren.

Häufig macht der Wohnort einen Unterschied 

Regionalklasse:  Auch der Wohnort hat Auswirkungen auf die Höhe der Kfz-Versicherungsprämie. Und auch hierzu erstellt der GDV jährlich eine Statistik. Dabei geht es darum, in welchen Regionen Autofahrer die meisten Unfälle verursachen, es also statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit gibt, dass der Versicherer auch im nächsten Jahr einspringen muss. Da es sich als Großstadtbewohner in Berlin „gefährlicher“ lebt als beispielsweise auf dem platten Land, müssen Hauptstädter mehr zahlen.

Alter:  Während Fahranfänger in einem „normalen“ Kfz-Versicherungstarif tendenziell mehr zahlen müssen, gilt das ebenso für Autobesitzer ab 65 Jahren. „Wer mit 75 Jahren noch hinter das Steuer steigt, zahlt schnell 60 Prozent mehr als ein vergleichbarer Fahrer im Alter von 55 Jahren“, heißt es in einer Untersuchung des Verbraucherratgebers Finanztip. Ausgleichen kann sich dieser Wert aber bei einem hohen Schadenfreiheitsrabatt.

Selbstbeteiligung, Werkstattbindung und Zahlungsweise:  Neben Alter und Wohnort gibt es aber auch Bestandteile, die man leichter beeinflussen kann. So kann es sich auch schon lohnen, für die Teil- und Vollkaskoversicherung eine höhere Selbstbeteiligung zu vereinbaren, das senkt den Kfz-Versicherungsbeitrag. Das gleiche gilt, wenn der Versicherte einer Werkstattbindung zustimmt und sich für eine jährliche anstatt für eine monatliche Zahlungsweise entscheidet.

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