Coronavirus

Zahnärzte verlangen Solidarität

Zahnarztverbände weisen ihre Kollegen zurecht und drohen mit Sanktionen.

Nach Forderungen von Zahnärzten, die Praxen generell zu schließen und allenfalls einen Notdienst einzurichten, haben die obersten Zahnarztverbände ihre Kollegen scharf zurechtgewiesen. „Die Menschen in unserer Gesellschaft werden uns Zahnärzte ganz genau beobachten und sich ein Bild davon machen, wie wir uns in der Krise verhalten“, hieß es in einem Schreiben der Chefs von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und Zahnärztekammer, Wolfgang Eßer und Peter Engel, an die Zahnärzteschaft. Es liegt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor. Beide erinnerten daran, dass Zahnärzte mit Kassenzulassung im Rahmen des sogenannten Versorgungsauftrags nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet seien, gesetzlich Versicherte zu behandeln. „Bei Verletzungen würde das allgemeine Sanktionsinstrumentarium der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen greifen“, wurde in einem weiteren Schreiben gewarnt. Eßer und Engel forderten ihre Kollegen auf, untereinander und mit den Patienten Solidarität zu zeigen.

Die beiden Verbände weisen darauf hin, dass nicht sie selbst, sondern nur Behörden befugt seien, Praxisschließungen oder eine Notversorgung anzuordnen. Offenbar waren die Verbände selbst Anfeindungen aus der Zahnärzteschaft ausgesetzt. Denn sie schreiben weiter: „Beschimpfungen, Nörgeleien und Besserwisserei sollten im Umgang miteinander und gegenüber Verantwortlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Berufsorganisationen genauso wie das Schüren von Unsicherheit und Panikmache in der Kollegenschaft verpönt sein und keinen Platz haben.“

Zur Frage, wie die Zahnärzte ihren Praxisbetrieb organisieren sollen, hieß es, nicht erforderliche Behandlungen sollten nicht mehr durchgeführt und die Hygienevorschriften sowie das Infektionsschutzgesetz penibel eingehalten werden. Infizierten oder unter Quarantäne gestellten Patienten sollten sich in einem Notfall zunächst telefonisch an den Hauszahnarzt wenden. Eine Behandlung solle dann aber etwa in einer der bundesweit 160 Universitäts-Zahnkliniken erfolgen.

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