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Gamestop & Co.

Wut auf die Broker

  • Nina Luttmer
    vonNina Luttmer
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Bei den Verbraucherzentralen häufen sich Beschwerden über die Broker, die den Handel mit Aktien von Gamestop und anderen Unternehmen blockierten.

Mehr als 30 Beschwerdemails von Anlegerinnen und Anlegern liefen alleine am vergangenen Donnerstag sowie Freitagmorgen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ein. „Das sind ungewöhnlich viele, und am Wochenende ging es weiter“, sagt Niels Nauhauser, der sich bei der Verbraucherzentrale um Finanzthemen kümmert. Auch bei der Verbraucherzentrale Hamburg meldeten sich Kleinanleger:innen, die sich betrogen fühlen.

Konkret beschwerten sie sich über die Handelsbeschränkungen, die verschiedene Broker am vergangenen Donnerstag für einige Aktien verhängt hatten. Vor allem der Berliner Broker Trade Republic steht im Fokus, aber auch andere Firmen wurden genannt.

Nachdem vor allem über eine Gruppe der Social-Media-Plattform Reddit zum Kauf der Wertpapiere des US-Videospielehändlers Gamestop aufgerufen worden war, ging der Aktienkurs der Firma durch die Decke. Er stieg von 20 Dollar Mitte Januar auf bis zu 483 Dollar am vergangenen Donnerstag, am gestrigen Mittwoch lag er bei um die 90 Dollar. Auch die Kurse anderer Wertpapiere wurden unter anderem durch Anleger:innen aus den Chat-Foren in die Höhe getrieben.

Am Donnerstag hatten daraufhin der US-Broker Robinhood, der deutsche Broker Trade Republic sowie weitere Broker den Handel mit den Aktien nach eigenem Ermessen beschränkt. Bei Trade Republic etwa durften die Anleger:innen bestimmte Aktien nicht mehr oder nur noch sehr begrenzt kaufen. Die Plattformen argumentierten teils, dass sie Anleger:innen schützen wollten, Trade Republic führte aber auch technische Probleme an.

Aufsichtsbehörden weltweit schauen sich die Vorgänge inzwischen an. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin erklärte, sie habe eine Vielzahl von Beschwerden von Privatanleger:innen über Trade Republic erhalten und „Trade Republic mit Nachdruck darauf hingewiesen, die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an eine angemessene Geschäftsorganisation (dazu gehören auch Vorkehrungen für außergewöhnliche Marktsituationen) einzuhalten und Kunden sämtliche Dienstleistungen dem Aufsichtsrecht entsprechend und störungsfrei zur Verfügung zu stellen“.

In den USA haben Kleinanleger:innen bereits Klagen gegen den Broker Robinhood eingereicht. Die Verbraucherzentralen in Deutschland raten Anleger:innen, sich an eine Fachanwaltskanzlei zu wenden, um zu klären, ob Schadenersatzansprüche bestehen. Klar ist, dass der entstandene finanzielle Schaden schwer nachzuweisen sein dürfte. Rechtlicher Beistand kostet zudem.

Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät Betroffenen daher abzuwarten. „Ich verstehe, dass die Leute jetzt aufgeregt und emotional sind. Aber die Verjährungsfrist beträgt drei Jahre, von daher gibt es keinen Zeitdruck.“ Vielmehr sollten die Anleger:innen beobachten, was die Ermittlungen der verschiedenen Aufsichtsbehörden und anderer Beteiligter im In- und Ausland ergeben. „Es wird sich dann zeigen, wie das Ganze juristisch einzuordnen ist“, meint Kurz.

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