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Gastwirtschaft

Wünsch Dir was

  • vonNina Treu
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Vermögen, Arbeit und Zeit umverteilen.

Diese Kolumne fällt zufälligerweise auf meinen Geburtstag. Das will ich zum Anlass nehmen, Ihnen meine kleine Wunschliste an wirtschaftspolitischen Maßnahmen aufzuschreiben. Wir leben in einer Gesellschaft ungerechter Verteilung, die auf Kosten anderer Menschen und der Natur lebt. Mein Hauptwunsch ist deshalb Umverteilung, aber auch die Verbindung der sozialen mit der ökologischen Frage. Ganz wichtig ist: Mit Umverteilung meine ich nicht nur Vermögen, sondern auch Einkommen, Arbeit und Zeit.

Was wir brauchen, sind drei zentrale soziale und ökologische Maßnahmen:

Vermögensumverteilung, Arbeitszeitverkürzung und eine sozial-ökologische Steuerreform. Punkt eins lässt sich durch eine hohe Vermögenssteuer umsetzen. Am Anfang sollte es zusätzlich eine Vermögensabgabe, besonders für die Reichsten ein Prozent, geben. Langfristig wünsche ich mir, dass wir über Vermögensobergrenzen diskutieren – denn sonst wachsen die Vermögen und damit das Machtgefälle und Ungleichheiten unendlich weiter. Punkt zwei, die Arbeitszeitverkürzung, sollte – bis zu einer bestimmten Grenze – mit Lohnausgleich erfolgen. Gleichzeitig sollten prekäre Jobs in Sozialversicherungspflichtige umgewandelt und die Löhne hier erhöht werden. Denn von ihrer Arbeit müssen alle gut leben können. Ich wünsche mir, dass die zusätzliche freie Zeit auch für eine Umverteilung von Arbeit und Zeit jenseits der Lohnarbeit genutzt wird: Dann gäbe es viel Potenzial für politisches Engagement, Lernen und Sorgearbeit.

Im Rahmen von Punkt drei, einer sozial-ökologischen Steuerreform, sollten Steuern und Abgaben auf Arbeit gesenkt und auf Kapital und Umweltverbrauch erhöht werden. Teil davon sollte auch die Abschaffung umweltschädlicher Subventionen sein und die Verwendung der frei werdenden Gelder für den sozial-ökologischen Umbau. Das hieße zum Beispiel, kleinbäuerliche ökologische Landwirtschaft statt Agrarkonzerne zu fördern.

Meine drei Wünsche klingen nach einem sehr nationalstaatlichen Wunschkonzert. Das muss und sollte aber nicht sein. Diese Wünsche lassen sich in Deutschland, Europa oder auch weltweit erfüllen. Irgendwo müssen wir bloß damit anfangen.

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