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Wohngeld: Wer berechtigt ist und wie viel Geld es gibt

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Von: Niklas Kirk

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Nach Ankündigung der Regierung soll das Wohngeld zu 2023 reformiert werden. Geplante Änderungen betreffen die Höchstmenge, Berechnungsweise und Anspruchsberechtigung.

Frankfurt – Kurz nachdem Olaf Scholz (SPD) „eine große Wohngeldreform“ ankündigte, bekräftigte die zuständige Bundesministerin Klara Geywitz (SPD), die Leistung ausbauen zu wollen. Im Fokus für sie stehen dabei die Wohngeld-Berechtigten. „Ich will, dass mehr Menschen Wohngeld bekommen. Wir werden den Kreis der Anspruchsberechtigten deutlich ausweiten“, sagte die SPD-Politikerin gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Denn Ziel sei es, dass möglichst wenig Menschen Hartz 4 oder Sozialhilfe beantragen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Zu einer weiteren Stärkung sollen darüber hinaus eine Erhöhung durch einen dauerhaft-integrierte Heizkostenpauschale, eine Anhebung der Höchstsätze sowie neue Berechnungsmethoden führen. Neuerliche Entlastungen werden aufgrund des wirtschaftlichen Drucks auf einkommensschwache Haushalte und den zum Kriegs ausgearteten Ukraine-Konflikt gefordert. Im Fokus sollen dabei diesmal alleinig diejenigen stehen, die durch die wirtschaftliche Situation am meisten belastet werden. Kritik ob fehlender Inbezugnahme von Rentnerinnen und Rentnern, hatte es bei vorherigen Entlastungspaketen gegeben.

Wohngeld: Inflation und Krieg sorgen für neue Ausgangslage

Bereits vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs und der damit einhergehenden Energie-Krise wurde das Wohngeld zum 1. Januar dieses Jahres reformiert. Zur Verbesserung der Lage von Bezugsberechtigten war es automatisch an die Mieten- und Einkommensentwicklung angepasst worden. Auch der Empfängerkreis erweiterte sich laut Regierung bereits um 30.000 auf nunmehr 640.000 Haushalte durch die Reform zu Jahresbeginn.

Dies scheint in der aktuellen Lage allerdings nicht mehr ausreichend, um die Last ausreichend abzufedern, auch wenn Wohngeldempfängernen und -empfängern in bis zu 270 Euro Heizkostenzuschuss im Entlastungspaket der Bundesregierung zugestanden wird. Deshalb soll die geplante Anpassung des Wohngelds im Zweijahresrhythmus bereits auf 2023 statt 2024 vorgezogen werden, so der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Bernhard Daldrup gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Wohngeld steigt: Wer Anspruch hat – und wer nicht

Wer bekommt das Wohngeld aktuell? Antragsberechtigt sind die Personengruppen, die trotz eines Einkommens nicht in der Lage sind, die laufenden Wohnkosten eigenständig zu tragen. Wie viel eine Person dabei maximal verdienen darf und trotzdem den Anspruch beibehält, lässt sich nicht pauschal benennen, da weitere Angaben über den Haushalt im Antrag zu machen sind.

Noch sind keine Details bekannt, in welchen Maß der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert wird. Bisher ausgeschlossen von der Leistung waren diejenigen Empfänger von Transferleistungen, in denen die Kosten für Wohnen bereits mit berücksichtigt sind. Dazu zählen aktuell unter anderem:

Wie wird das Wohngeld berechnet?

Die zulässige Gesamthöhe wird nach dem Einzelfall festgelegt und berücksichtigt die Gesamtpersonenanzahl des Haushalts, deren Einkommenssituation, sowie der Wohnort der Antragstellenden, da sich die Einkommensgrenze und die Höhe des Wohngeldes an der Wohnungsmarktsituation vor Ort orientiert.

Laut Plänen der SPD soll das Wohngeld erhöht werden.
Laut Plänen der SPD soll das Wohngeld erhöht werden. © Jens Kalaene/dpa

Zu Änderung der Berechnungsgrundlage ist geplant, einen nach der Haushaltsgröße gestaffelten pauschalen Heizzuschlag pro Quadratmeter-Wohnfläche zu berücksichtigen. Die bisherigen Faktoren zur Ermittlung der Wohngeldhöhe bezogen sich auf folgende Parameter:

Die tatsächlich zu versorgende Wohnfläche würde ein Quadratmeter-Faktor somit Rechnung tragen, was bisher nicht der Fall war.

Wohngeld steigt: Individueller Anspruch kann berechnet werden

Um sich einen Überblick über einen möglichen Wohngeldanspruch zu machen, können Beispielrechner der Bundesregierung genutzt werden. Die Werte dienen jedoch der unverbindlichen Orientierung. Verbindliche Ansprüche ergeben sich erst nach Antragsstellung bei der zuständigen Behörde. (nki)

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