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Wirecard ist in Erklärungsnöten: Wirtschaftsprüfer verweigern der Konzerntochter in Singapur ein Testatz. 

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Wirtschaftsprüfer verweigern Wirecard-Tochter Testat

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Wirtschaftsprüfer können die Wirecard-Tochter in Singapur nicht ausreichend beurteilen. 

Diesmal ist es nicht die „Financial Times“ (FT), die den deutschen Dax-Konzern Wirecard in Erklärungsnöte bringt. Es ist das „Handelsblatt“, das enthüllt hat, dass der Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München für seine Tochter in Singapur für 2017 kein Testat des Wirtschaftsprüfers EY erhalten hat. „Wir können weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen, noch können wir den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die in Bezug auf den Jahresabschluss der Gesellschaft erforderlich sein könnten“, zitierte die Wirtschaftszeitung aus einem EY-Prüfbericht und Dokumenten im Register der singapurischen Finanzaufsicht.

EY habe die Tochter in Singapur nur eingeschränkt testiert, räumt der Konzern ein. Anfang 2018 hatte die „FT“ in einem ersten einer Reihe von Artikeln Zweifel an Bilanzierungspraktiken von Wirecard gesät. Das Unternehmen habe Umsätze durch Scheingeschäfte aufgebläht, hieß es darin unter anderem. Wirecard sieht die Vorwürfe als widerlegt an. Von ihnen aufgeschreckt hatten seinerzeit Behörden in Singapur mit Ermittlungen begonnen. Unterlagen der dortigen Tochter wurden beschlagnahmt.

EY habe damals kein Testat erteilen können, weil dafür wichtige Dokumente von Behörden beschlagnahmt worden waren, erklären die Münchner heute den Fall. Nicht Unregelmäßigkeiten seien für das verweigerte Testat verantwortlich. Bilanzrechtlich sei das aber nicht relevant. Den Abschluss für den Gesamtkonzern habe EY uneingeschränkt testiert. Wirecard habe damit alle Veröffentlichungspflichten eingehalten.

Ob das wirklich so ist, kann nicht einmal eine im Umgang mit börsennotierten Konzernen erfahrene Juristin wie Daniela Bergdolt mit Sicherheit sagen. Bestürzt ist die Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz über das Kommunikationsverhalten des Dax-Konzerns. Wenn alles so einfach zu erklären sei, wie Wirecard jetzt behaupte, warum habe das Unternehmen dann nicht proaktiv über das verweigerte Testat in Singapur informiert, sondern so lange darüber geschwiegen, bis es von einer Zeitung enthüllt wurde, fragt sie sich. Der Vorgang hätte Anlegern nicht vorenthalten werden dürfen.

Sonderprüfung anberaumt

Die Tochter in Singapur ist nicht irgendeine Gesellschaft im Wirecard-Reich. Genau dort sollen die von der „FT“ behaupteten Fragwürdigkeiten ihren Ursprung haben. Das erklärt auch die Reaktion der Börse auf die neuen Vorwürfe. Um gut fünf Prozent gab die Aktie am Mittwoch zum Börsenstart nach.

In dieser brenzligen Lage verweist Wirecard darauf, dass der lokale Abschluss für die Tochter in Singapur für 2018 kurz vor der Fertigstellung sei. Selbst falls der diesmal uneingeschränkt testiert wird, ist das aber keine Entlastung für Vorgänge im Jahr 2017. Die kann nur eine Sonderprüfung bringen, die Wirecard jüngst bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Auftrag gegeben hat.

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