Wirtschaftskriminalität

30 Prozent der Unternehmen betroffen

Knapp jedes dritte Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden.

Berlin - Knapp jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) in Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden. Große Unternehmen sind mit 41 Prozent fast doppelt so häufig betroffen wie kleine Unternehmen (23 Prozent). Das ist das Ergebnis der am Montag veröffentlichten Studie „Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2020“, für die im Auftrag der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KMPG 1000 Unternehmen befragt wurden. Der Anteil der betroffenen Unternehmen ist im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2018 damit nur um zwei Prozentpunkte gesunken.

42 Prozent der Unternehmen gaben zu Protokoll, dass sie einen Schaden von 100 000 Euro bis 999 999 Euro erlitten hätten. Bei rund 10 Prozent der Unternehmen überstieg die Schadenshöhe eine Million Euro. 18 Prozent konnten bei der diesjährigen Umfrage nicht beziffern, wie viel Geld sie verloren haben. In der Studie aus dem Jahr 2018 war ihr Anteil geringfügig niedriger (-2). „Somit lässt sich der zuvor festgestellte Trend, dass Unternehmen vermehrt in der Lage sind, den Schaden zu beziffern und deliktspezifisch einzuordnen, nicht bestätigen“, heißt es in der KPMG-Studie.

Insgesamt schätzen etwa drei Viertel der Unternehmen (73 Prozent) das generelle Risiko für deutsche Unternehmen, Opfer von Wirtschaftskriminalität zu werden, als hoch oder sehr hoch ein. Dass ihr eigenes Risiko hoch ist, glauben jedoch nur 30 Prozent. Das größte Risiko sahen die befragten Unternehmen im Missbrauch oder Diebstahl von Daten, gefolgt von der Verletzung von Schutz- und Urheberrechten. Tatsächlich betroffen waren die Unternehmen jedoch am häufigsten von Diebstahl sowie Unterschlagung (46 Prozent) und Betrug und Untreue (43 Prozent). Opfer von Datendiebstahl und -missbrauch wurden 31 Prozent der Unternehmen. (dpa)

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