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Transparenz

Wirrwarr beim Energielabel

EU will Elektrogeräte sinnvoll kennzeichnen

Von Thomas Engelke

Jeder kennt sie, die Aufkleber mit den grün-gelb-roten Balken zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs von Haushaltsgeräten. Je grüner der Balken, desto geringer der Stromverbrauch eines Kühlschranks, Trockners oder Fernsehers. Mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher achten beim Gerätekauf deshalb bereits auf die Effizienzklassen A+++ bis G. Dabei steht A für sehr effizient, also stromsparend, und G für sehr ineffizient, also Stromfresser. So weit, so gut.

Was aber die wenigsten wissen: Für verschiedene Geräte gelten unterschiedliche Skalen. Während zum Beispiel die energieeffizientesten Staubsauger maximal die Klasse A schaffen, steht ein A+ bei Waschmaschinen für die am wenigsten effizienten Geräte. Sie dürften nicht einmal mehr auf den Markt kommen. Für Verbraucher ist das kaum nachvollziehbar. Und damit nicht genug: Große Geräte mit einem für ihre Klasse relativ niedrigem Verbrauch können eine bessere Effizienzklasse haben als kleinere Geräte, die jedoch im Vergleich und absolut gesehen viel weniger Strom aus der Steckdose ziehen. Verbraucher müssen sich also aufwändig informieren, bevor sie alle Feinheiten der Kennzeichnung ergründet haben. Das ist realitätsfern.

Anfang Juli hat das EU-Parlament nun endlich für eine Abschaffung dieses Wirrwarrs gestimmt. Künftig soll für alle Geräte bei einer Skale von A bis G ein wirklicher Vergleich möglich sein. Da der technische Fortschritt regelmäßig effizientere Geräte hervorbringt, soll das Kennzeichnungssystem künftig mit dem Fortschritt wachsen: Mit dem neuen System bleibt die Klasse A zunächst einmal frei. Die besten Geräte schaffen allenfalls ein B. Erreichen später einmal 25 Prozent eines Gerätetyps die Klasse A, werden die Anforderungen für die Skala automatisch strenger gefasst.

Das hört sich gut an, wird aber noch dauern. Selbst wenn sich die 28 Mitgliedstaaten und das EU-Parlament jetzt rasch einigten und die neue Verordnung Anfang 2017 europaweit in Kraft träte, können je nach Produkttyp noch einmal 21 Monate bis sechs Jahre vergehen, bis die neue A-G-Regel auch umgesetzt sein wird.

Fazit: Eine wirksame Kennzeichnung bringt mehr Orientierung, hilft beim Stromsparen und stärkt den Wettbewerb. Das ist gut für Verbraucher und das Klima. Mehr Tempo bei der Umsetzung wäre für beide nicht von Nachteil.

Der Autor ist Energieexperte  beim Bundesverband der Verbraucherzentralen VZBV.

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