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Doe Obstbauern erwarten in diesem Jahr eine reiche Apfelernte. Aucg Kirschen profitierten vom heißen Sommer.

Obst und Gemüse

So wirkt sich der Sommer auf die Preise aus

Äpfel gibt es en masse, Kartoffel, Salat und Möhren hingegen haben unter der Hitze gelitten.

Hitze und Trockenheit haben den Landwirten diesen Sommer zu schaffen gemacht. Obst- und Gemüsebauern zeichnen nun zum Herbstanfang ein durchwachsenes Bild. Der Apfelanbau sieht einer guten Ernte entgegen. Vor allem Freilandgemüse hat hingegen unter der Dürre gelitten. „Insgesamt sind die für den Verbraucher zu erwartenden Schwankungen nicht dramatisch“, sagt Martin Umhau von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Denn „Engpässe“ in Deutschland würden durch das Ausland ausgeglichen. Trotzdem konnte man beim ein oder anderen Gemüse bereits Ausreißer beobachten.

Äpfel, Birnen, Kirschen: Nach der mauen Ernte im vergangenen Jahr hängen die Apfelbäume in diesem Jahr voll. 2017 hatte ein später Frost den Apfelbauern zugesetzt. Noch im August waren Äpfel deswegen gut ein Fünftel teurer als vor einem Jahr, doch in der vergangenen Woche sanken die Preise. Denn in diesem Jahr rechnen Experten wie Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband mit fast der doppelten Menge – und den entsprechenden Auswirkungen auf die Preise. Laut Statistischem Bundesamt wird die Apfelernte bei 1,1 Millionen Tonnen liegen – 82 Prozent mehr als im Vorjahr und knapp 17 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Bei Birnen wird eine Verdopplung der Erntemenge auf 46 800 Tonnen erwartet. Ähnlich sieht es bei den Kirschen aus.

Kartoffeln: Die „tolle Knolle“ hingegen hatte unter der Trockenheit zu leiden. „Bei den Kartoffeln fällt die diesjährige Ernte geringer aus als 2017, als wir überreichlich Kartoffeln hatten und der Preis im Keller lag“, sagt Umhau. Er rechnet mit einem Preisanstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – schon im August mussten Verbraucher nach Daten der AMI zehn Prozent mehr für ein Kilogramm Kartoffeln ausgeben.

Salate: Bei Kopf- und Eissalat ist schon ein deutlicher Preisanstieg zu spüren. Salate werden auf großen Flächen angebaut und brauchen bei hohen Temperaturen viel Wasser. Und selbst das hat auf den ausgetrockneten Böden mancherorts nicht ausgereicht. Im August mussten die Verbraucher nach Daten der AMI gut 27 Prozent mehr für Kopfsalat als im Vorjahresmonat ausgeben, beim Eissalat waren es sogar rund 70 Prozent mehr.

Möhren und Zwiebeln: Auch hier hat die Witterung die Erträge gedrückt. Bei den Zwiebeln fällt die Ernte in diesem Jahr Schätzungen zufolge gut ein Viertel kleiner aus als im Durchschnitt.
Gurken: Salatgurken waren Anfang September so teuer wie lange nicht mehr. Kurzzeitig lagen sie im Schnitt bei mehr als einem Euro je Stück. Ein Preis, der selbst im Winter selten verlangt wird. Grund war ein Engpass, da etliche Erzeuger in mehreren Ländern ihre alten Pflanzen herausgenommen und neu gepflanzt hatten, erklärt Michael Koch, AMI-Marktanalyst für den Gartenbau.

Tomaten: Sommergemüse wie Zucchini, Auberginen oder Tomaten wird zu 80 Prozent in Gewächshäusern unter kontrollierten Wachstumsbedingungen produziert. Hier hat die Witterung eigentlich wenig Einfluss. Im Sommer, als in ganz Europa Tomaten geerntet wurden, gingen die Preise wie üblich in den Keller. Zudem ließen die hohen Temperaturen die Tomaten schneller reifen, was den Effekt verstärkte. Rispentomaten kosteten im August 16 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi:  Bei den sogenannten feineren Kohlarten war das Angebot hingegen knapp. Für Blumenkohl etwa registrierte die AMI Anfang September einen Preis von 1,84 Euro je Stück – im Vorjahr lag der nur etwas über einem Euro. Auch bei Kohlrabi und Brokkoli zogen die Preise an.  (Annika Grahn /dpa)

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