Wirecard-Chef Markus Braun.
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Wirecard-Chef Markus Braun.

Zahlungsdienstleister

Wirecard überzeugt

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    vonThomas Magenheim-Hörmann
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Der Zahlungsdienstleister sieht sein Geschäftsmodell nach einem starken Vorjahr bestätigt. Aber das Ergebnis einer alles entscheidenden Sonderprüfung steht noch aus.

Unter den Dax-Werten ist Wirecard fraglos das Lieblingspapier der Zocker. Seit Jahren liefern sich der Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München und die britische Finanzzeitung „Financial Times“ ein Gefecht über angebliche Bilanzmanipulationen, die das Blatt immer wieder unterstellt und Wirecard postwendend dementiert. Nun präsentieren die Aschheimer vorläufige Zahlen für 2019, die für sich genommen eine Erfolgsgeschichte dokumentieren. Die Umsätze sind demnach um 38 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen hat etwas stärker auf 785 Millionen Euro zugelegt. „Dies ist ein starkes Ergebnis“, sagt Konzernchef Markus Braun und macht eine weitere Anmerkung.

„Es ist vor allem ein sehr deutlicher Beleg für die nachhaltige Ertragsstärke unseres Geschäftsmodells“, betont der Österreicher. Dieses Geschäftsmodell wurde von der FT immer wieder in Zweifel gezogen. Von illegal aufgeblähten Umsätzen und Scheingeschäften war in mehreren Berichten die Rede, die jedes Mal einen Absturz der Wirecard-Aktie zur Folge hatten. Danach folgte das Dementi der Aschheimer und eine Kurserholung.

Für endgültige Klarheit sorgen soll eine Sonderprüfung durch Wirtschaftsprüfer der KPMG, die vorigen Oktober in Auftrag gegeben wurde. Zur jetzigen Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2019 ist das Testat nicht fertig geworden. Bislang hat sich KPMG nicht zu Wort gemeldet, was Börsianer und der neue Wirecard-Aufsichtsratschef Thomas Eichelmann als etwas werten, das für das Unternehmen spricht. „Aus der Tatsache, dass wir noch keine Adhoc-Mitteilung abgegeben haben, können Sie ihre Schlüsse ziehen“, hatte der einstige Finanzchef der Deutschen Börse jüngst bei seiner Bestellung zum Wirecard-Chefaufseher erklärt. Würde KPMG etwas für den Konzern Negatives finden, müsste das sofort bekanntgegeben werden, heißt das. Weil eine solche Meldung bislang ausgeblieben ist, darf sich Wirecard weiter unschuldig fühlen.

Abgeschlossen ist die Prüfung aber auch noch nicht. Der Abschlussbericht von KPMG könne jetzt jeden Tag ohne Vorwarnung kommen, sagt eine Wirecard-Sprecherin. Anfang April, wenn Braun offiziell die Bilanz für das Vorjahr präsentiert, sollte das KPMG-Testat in jedem Fall auf dem Tisch liegen. Der Wirecard-Chef möchte wieder unbeschwert nach vorne blicken können. In der Zukunft liege noch erhebliches Potenzial für sein Unternehmen. „Digitale Zahlungsvorgänge haben in einigen Ländern die Bargeldzahlung bereits überholt“, freut er sich. Denn mit Gebühren für die Vermittlung digitaler Zahlungsströme verdient Wirecard sein Geld.

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