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Nach mehreren Vertagungen treffen sich die Opec-Länder plus zehn weitere Förderstaaten – dazu zählt Russland – am Montag und Dienstag in Wien zu ihrem Halbjahrestreffen.

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Was wird aus dem Öl-Limit?

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Opec und Opec-Plus-Staaten beraten ab Montag über Fördermenge.

Tun sie es oder tun sie es nicht? Gemeint ist eine weitere Kürzung der Ölförderung durch die sogenannten Opec-Plus-Staaten. Ringen sie sich Anfang nächster Woche zu einer stärkeren Rationierung durch, dürfte das zu Beginn der Reisezeit auch kurzfristig auf die Spritpreise durchschlagen.

Nach mehreren Vertagungen treffen sich die Opec-Länder plus zehn weitere Förderstaaten – dazu zählt Russland – am Montag und Dienstag in Wien zu ihrem Halbjahrestreffen. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Politik der Ölmenge.

Im Dezember hatte das erweiterte Kartell, das für rund die Hälfte der globalen Ölproduktion steht, sich darauf geeinigt, täglich insgesamt 1,2 Millionen Fass (je 159 Liter) weniger aus dem Erdreich zu pumpen. Seinerzeit rutschte der Preis pro Fass auf 50 Dollar ab und weitere Abschläge schienen wahrscheinlich – angesichts der damals extrem düsteren Prognosen für die weltwirtschaftliche Entwicklung. Die Operation gelang, die Opec förderte im Mai durchschnittlich rund 29 Millionen Fass pro Tag. Die Folge war, dass der Brentpreis Ende April auf rund 74 Dollar kletterte.

Doch dann brachen die Notierungen wieder ein, und zwar auf 60 Dollar. Inzwischen ist wieder ein Niveau von 66 Dollar erreicht. Der jüngste Anstieg hat nach Einschätzung vieler Analysten vor allem mit kurzfristig gefallenen Lagerbeständen in den USA, den politischen Spannungen im mittleren Osten und insbesondere mit dem USA-Iran-Konflikt zu tun. Dass es mit dem Preis für den wichtigsten Rohstoff nicht noch weiter nach oben ging, wird in erster Linie ebenfalls auf Präsident Trump und den von ihm angezettelten Handelskrieg mit China zurückgeführt. Eine der Folgen: Der globale Handel ist zuletzt so langsam wie seit zehn Jahren nicht mehr gewachsen, darauf macht die IEA in ihrem aktuellen Ölmarktbericht aufmerksam. Am Markt bestimmt mittlerweile wieder die Nachfrageseite die Preisentwicklung.

Deshalb sind nun alle Augen auf das Treffen von Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping beim G20-Gipfel am heutigen Samstag gerichtet. Das Ergebnis der Gespräche dürfte auch die Ölpreise bestimmen. Einigen sich beide auf eine Art Waffenstillstand im Handelskonflikt könnte das positive Erwartungen an die globale Konjunkturentwicklung befeuern, was auch den Ölpreis weiter nach oben treiben dürfte. Die Frage ist dann, reicht das der Opec und den zehn anderen Förderstaaten? Beobachter halten es für sehr wahrscheinlich, dass zumindest die Förderkürzung um die 1,2 Millionen Fass um ein halbes Jahr verlängert wird – wenn nicht sogar Rohöl noch stärker rationiert wird. Denn laut Berechnungen des Internationalen Währungsfonds braucht Saudi-Arabien eigentlich dauerhaft Preise von deutlich über 80 Dollar, um den üppigen Staatshaushalt zu finanzieren. Ähnliches dürfte für Russland gelten.

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