Börse heute

Ifo wird zum Elchtest

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Der Deutsche Aktienindex (Dax) könnte auch zur Wochenmitte mit Gewinnen in den Handel starten. Deutliche Kursgewinne an der Wall Street ebnen den Weg dafür. Doch schon eine Stunde nach Handelsbeginn lauerte die erste Stolperfalle.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) könnte auch zur Wochenmitte mit Gewinnen in den Handel starten. Deutliche Kursgewinne an der Wall Street ebnen den Weg dafür. Doch schon eine Stunde nach Handelsbeginn lauerte die erste Stolperfalle.

Das vom Ifo-Institut vorgestellte Geschäftsklima hat sich deutlicher eingetrübt als Volkswirte dies erwarteten. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich im ifo-Index auf 108,7 Punkte (Juli 112,9 Punkte). Erwartet worden war eine Senkung auf 111 Punkte.

Am Dienstag war bereits das im ZEW-Konjunkturindex zusammengefasste Anlegervertrauen so stark eingebrochen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch andere Stimmungsindizes lassen erwarten, dass sich die Wirtschaft abkühlt.

Ungeachtet dessen tanzte sich die Wall Street fast schon in einen Kaufrausch. Der Dow Jones war um 3,4 Prozent gestiegen. An der Technologiebörse Nasdaq hatten die Kurse sogar um 4,3 Prozent zugelegt. Händler erwarten, dass die US-Notenbank (Federal Reserve/Fed) weitere Maßnahmen angekündigen wird, um das Geld billig zu halten. Am Wochenende treffen sich Notenbankenvertreter in Jackson Hole.

Derweil schießt der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan gegen den Euro. Die Gemeinschaftswährung werde auseinanderbrechen, prophezeite das Ex-Orakel, das inzwischen einen Hedge Fund berät. Die Gemeinschaftswährung trotzt diesen düsteren Vorhersagen und hält sich oberhalb von 1,44 Dollar.

An Asiens Börsen herrscht Katerstimmung. Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Japans herabgestuft. Der Tokioter Nikkei-Index verlor ein Viertel Prozent. An Chinas Festlandbörsen reicht der Schwung von der Wall Street aus, die Kurse leicht ins Plus zu hieven.

Rettungsschirm und Schuldenkrise werden die Märkte weiter beschäftigen. So langsam beginnen die Banken wieder damit, sich gegenseitig das Vertrauen zu entziehen. In den vergangenen Tagen ist diebei der Europäischen Zentralbank über Nacht geparkte Geldmenge immer stärker gewachsen und nähert sich dem Stand vor der Lehman-Pleite. Normalerweise speisen Banken überflüssige Liquidität in den Geldmarkt ein, aus dem sich Banken mit Liquiditätsbedarf zu einem äußerst niedrigen Zinssatz bedienen. Ein weiteres Indiz für wachsendes Misstrauen ist die schrumpfende Nachfrage nach Bankanleihen. Sollte es für Banken schwerer werden, Anleihen zu platzieren, dürfte auch die Kreditvergabe schrumpfen. (mit dpa/rtr)

#hmtl

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