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Finanzkrise

So wird die Commerzbank ihre Staatshilfen los

Am Dienstag beginnt die Bezugsfrist für die Kapitalerhöhung, mit der die Commerzbank binnen zwei Wochen knapp vier Milliarden Euro zur Rückzahlung ihrer Staatshilfen einsammeln will. Bis Juni will die Bank die 16,2 Milliarden Euro schwere Stille Einlage des Bundes bis auf 1,9 Milliarden Euro abbauen.

Mit der Einlage hatte der Finanzmarktstabilisierungs-Fonds SoFFin die Bank in der Finanzkrise gerettet. Mit folgenden Schritten wird die Commerzbank die teuren Staatshilfen wieder los:

Pflichtwandelanleihen

Bereits im April hatte die Commerzbank 1,004 Milliarden Pflichtwandelanleihen („CoMEN“) im Wert von 4,3 Milliarden Euro an alte und neue Anteilseigner verkauft. Von den Altaktionären hatte nur ein Fünftel zugegriffen, auch weil die Zeichnungsfrist mit einer Woche sehr kurz war. Diese Papiere wurden am 12. Mai in Commerzbank-Aktien getauscht. Die Käufer haben damit auch ein Bezugsrecht für die neuen Aktien aus der am Dienstag beginnenden Kapitalerhöhung. Mit diesem Trick konnte die Bank früher an den Kapitalmarkt gehen und sich nachträglich die Zustimmung der Aktionäre holen.

Der Erlös aus der Vorab-Platzierung ist direkt an den SoFFin geflossen. Dieser tauscht darüber hinaus weitere 1,4 Milliarden Euro an Stillen Einlagen in Aktien, um seine Sperrminorität von 25 Prozent zu erhalten.

Kapitalerhöhung

Die Bezugsfrist beginnt am Dienstag und dauert bis zum 6. Juni, die Bezugsrechte werden bis zum 1. Juni gehandelt. Die Kapitalerhöhung soll insgesamt 5,3 Milliarden Euro bringen. Banken garantieren die Einnahme von knapp vier Milliarden Euro, der Rest kommt durch den Umtausch Stiller Einlagen des SoFFin in Aktien hinzu. Der Bezugspreis liegt mit 2,18 Euro um 45 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag und 30 Prozent unter dem um den Wert des Bezugsrechts bereinigten Kurs (TERP). Großaktionär Allianz will mitziehen, seine Beteiligung wurde durch den Verzicht auf die Zeichnung der CoMEN aber auf 4,85 von 8,4 Prozent verwässert. Der mit weniger als fünf Prozent beteiligte italienische Versicherer Generali will sich zurückhalten.

Rückzahlung aus überschüssigem Kapital

Die Commerzbank braucht nach eigener Einschätzung nach dem Abbau riskanter Bilanzpositionen weniger Eigenkapital, als sie derzeit hat - auch nach der Rückzahlung der Staatshilfen liegt die harte Kernkapitalquote über dem Zielwert von acht Prozent. Deshalb schüttet sie 3,27 Milliarden Euro aus den Reserven an den Staat aus - eine Milliarde ist bereits geflossen, der Rest folgt nach der Kapitalerhöhung. Dem SoFFin fließen damit insgesamt 11,5 Milliarden Euro zu.

Zudem bekommt er 1,03 Milliarden Euro dafür, dass die Commerzbank die Stillen Einlagen größtenteils früher tilgt als geplant - für die sie 2009 und 2010 keine Zinsen gezahlt hatte. Der Betrag wird im zweiten Quartal voraussichtlich direkt vom Eigenkapital abgezogen, beeinträchtigt also nicht den Gewinn. Für die verbleibenden 1,9 Milliarden Euro an Stillen Einlagen sind in diesem Jahr nur noch 170 Millionen Euro Zinsen fällig, wenn die Bank wie erwartet schwarze Zahlen schreibt.

Der Rest der Staatshilfen soll spätestens 2014 aus künftigen Gewinnen zurückgezahlt werden. Seinen Aktienanteil von 25 Prozent, der mit der Kapitalerhöhung deutlich an Wert gewinnt, wird der Staat wohl erst danach abgeben. Bis Anfang Dezember 2011 darf er keine Aktien verkaufen. (rtr)

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