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Gut gelaunt: Wintershall-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele (rechts) mit dem Vorstandskollegen Gerhard König.
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Gut gelaunt: Wintershall-Vorstandsvorsitzender Rainer Seele (rechts) mit dem Vorstandskollegen Gerhard König.

Energie

Wintershall spürt Libyen-Krise

  • VonJoachim F. Tornau
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Der Öl- und Gasproduzent Wintershall blickt mit Sorge auf die Umbrüche in Nordafrika - und setzt vor allem auf die weiter enge Kooperation mit Russland. Überzeug sind die Verantwortlichen davon, dass Erdgas ein wichtiger Baustein im Energiekonzept der Bundesregierung wird.

Tsunami und Fukushima sei Dank: Die Reaktorkatastrophe in Japan lässt den Öl- und Gasproduzenten Wintershall Morgenluft wittern – ein Atomausstieg in Deutschland könnte den ohnehin schon florierenden Erdgasabsatz des Kasseler Unternehmens noch einmal kräftig ankurbeln.

„Erdgas wird Berücksichtigung finden müssen im Energiekonzept der Bundesregierung“, sagte Gerhard König, für den Gashandel zuständiges Vorstandsmitglied, bei der Bilanzpressekonferenz der BASF-Tochter am Donnerstag. „Wir rechnen mit erhöhter Nachfrage.“ Denn Gaskraftwerke seien die idealen Partner für die erneuerbaren Energien: Sie könnten Schwankungen in der Stromproduktion flexibel ausgleichen, hätten einen vergleichsweise geringen Kohlendioxidausstoß und seien nicht zuletzt gesellschaftlich akzeptiert.

Wichtiges Projekt Ostsee-Pipeline

Von einer „absolut tragfähigen Brücke zu den Erneuerbaren“ sprach Vorstandsvorsitzender Rainer Seele. Allein über die umstrittene 1220 Kilometer lange Ostsee-Pipeline, an der Wintershall beteiligt ist und die im Herbst in Betrieb gehen soll, würden künftig 55 Milliarden Kubikmeter russisches Gas pro Jahr nach Deutschland kommen. „Das entspricht der Stromkapazität von 40 Atommeilern oder 50 Kohlekraftwerken.“

Im vergangenen Jahr setzte die Wintershall über ihr Tochterunternehmen Wingas, das sie zusammen mit der russischen Gazprom betreibt, rund 32 Milliarden Kubikmeter Erdgas ab – knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr und damit ein neuer Rekord. Die Ölförderung ging dagegen um 14 Prozent auf rund 44 Millionen Barrel zurück.

Weiterer Ausbau in Sibirien

Unter dem Strich blieb ein Gewinn vor Steuern von gut 2,3 Milliarden Euro, etwas mehr als 2009. Und auch in diesem Jahr soll es weiter nach oben gehen: „Wir wollen unseren Gesamtumsatz signifikant steigern und auch das Ergebnis kräftig verbessern“, sagte Vorstandschef Seele.

Möglich machen soll das unter anderem ein weiterer Ausbau der Gasförderung in Sibirien – und der steigende Öl- und Gaspreis. Zugleich aber blickt das Unternehmen mit Sorge auf die Umbrüche und Revolten im arabischen und nordafrikanischen Raum: Seit Jahren hat Wintershall gute Geschäfte mit dem libyschen Staat gemacht.

Zur Rückkehr nach Libyen bereit

Zuletzt förderte das Unternehmen etwa ein Sechstel seines Erdöls im Reich von Muammar al-Gaddafi. Ein Überschuss von 70 Millionen Euro wurde dabei im vergangenen Jahr erwirtschaftet. „Der Ruf nach Freiheit und Demokratie hat unsere Sympathie und unsere Unterstützung“, sagte Seele. „Aber wir müssen auch damit leben, dass die Zeiten instabiler werden.“

Bereits Ende Februar hat Wintershall die Ölproduktion in Libyen heruntergefahren. Die deutschen Beschäftigten wurden ausgeflogen. Doch das Unternehmen ist zur Rückkehr bereit ? sobald es die Rahmenbedingungen zulassen, wie es hieß. Am liebsten noch in diesem Jahr. „Wir hoffen natürlich, dass die Auseinandersetzungen möglichst bald beendet sein werden“, sagte Seele. Aber: „Ganz ehrlich, wir wissen nicht, ob, wie und wann es für uns in Libyen weitergeht.“

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