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Ex-Volkswagen-Chef Martin Winterkorn (Archiv).
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Ex-Volkswagen-Chef Martin Winterkorn (Archiv).

Ex-VW-Chef

Winterkorn erneut im Visier von Ermittlungen

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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Der frühere VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn steht nach einem Medienbericht unter dem Verdacht von Steuerstraftaten.

Die Affäre um Abgasmanipulationen bei Volkswagen zieht immer weiterer Kreise. Jetzt geht es auch um die privaten Vermögensverhältnisse von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, dem nun auch noch Steuerhinterziehung vorgeworfen wird. Es handelt sich um rund zehn Millionen Euro, die in die Schweiz überwiesen wurden. Zugleich prüfen Winterkorns Anwälte, gegen Staatsanwälte vorzugehen.

Winterkorn wurde nach der Aufdeckung des Dieselskandals im September 2015 gefeuert. Er hat immer beteuert, von den systematischen Betrügereien mit manipulierten Abgaswerten für Dieselautos zuvor nichts gewusst zu haben. Volkswagen prüft seither, ob Winterkorn gleichwohl Pflichtvergehen nachgewiesen werden können. Das wäre dann der Fall, wenn er doch schon von verbotenen Motorsteuerungen wusste und nichts dagegen unternommen hat. Der Dieselskandal hat den Konzern bislang rund 25 Milliarden Euro gekostet. Die Folge für Winterkorn könnten hohe Schadensersatzansprüche sein, die ihn womöglich um sein gesamtes Vermögen bringen würden, das auf bis zu eine Milliarde Euro taxiert wird. Nun deutet vieles darauf hin, dass Winterkorn große Summen in die Schweiz überwiesen hat, um für alle Fälle auf einen „Notgroschen“ zurückgreifen zu können. 

Der Hintergrund: Im vergangenen Jahr startete die Münchner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche. Da ein Zusammenhang mit dem Dieselskandal vermutet wurde, übernahm die Staatsanwaltschaft Braunschweig die Akten. Aus diesen Papieren hat nun die „Bild am Sonntag“ zitiert. In den Jahren 2016 und 2017 habe Winterkorn von einem Konto der Sparda Nürnberg Millionenbeträge auf ein Treuhandkonto seines Steuerberaters überwiesen. Von dort sei das Geld zur Bank Vontobel in Zürich gelangt. Es seien auch Summen auf ein Depot von Winterkorns Ehefrau gekommen. Es besteht nun der Verdacht, dass ein Teil der Überweisung eine Schenkung war, für die mehr als eine halbe Million Euro Steuer hätte bezahlt werden müssen, was aber nicht geschah. 

Winterkorns Anwalt Felix Dörr sagte der Deutschen Presseagentur, es sei die höchstpersönliche Entscheidung von Winterkorn, wo und durch wen er sein Geld verwalten lasse. Ein Transfer in die Schweiz sei rechtlich unbedenklich. Und für Winterkorns Steuerberater sei der Vorgang auch „frei von jeder steuerlichen Beanstandung“. 

Dörr ist überdies hochgradig verärgert über die Staatsanwälte in Braunschweig. Er erwägt, Strafanzeige wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen zu stellen. Angaben über die persönlichen Vermögensverhältnisse und Steuerfragen hätten nichts in den Akten zu den Abgasermittlungen zu suchen. Kreditkarten-Abrechnungen, Kontoauszüge und Bankvollmachten lägen nun auf den Schreibtischen von 39 Anwälten anderer Beschuldigter der Abgas-Ermittlungen. 

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Zuvor hatte ihr Sprecher der „Bild am Sonntag“ gesagt: „Wir werden uns nach den Ermittlungen zu den Ergebnissen äußern, vorher nicht.“  

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