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Revolution in der Windenergie: Chinas Gigant übertrifft Siemens und Ørsted

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Siemens Energy und Ørsted melden Verluste, während China mit einer Mega-Windkraftanlage auftrumpft. Die Anlage soll sogar Taifunen standhalten können.

Peking – Zuletzt gab es wieder Schock-Nachrichten aus Europas Windkraft-Branche und damit für die Energiewende: Siemens Energy musste die Bundesregierung um Kanzler Olaf Scholz (SPD) um milliardenschwere Staatsgarantien angehen, um im Geschäft mit den Riesen-Rotoren bleiben zu können. Und der dänische Windprojektentwickler Ørsted meldete einen Verlust von rund 2,7 Milliarden Euro für die ersten neun Monaten 2023, wegen aus dem Ruder laufender Kosten und Problemen mit der Lieferkette. Ganz anders die Neuigkeiten zu dem Sektor aus China. Der Hersteller Mingyang Smart Energy hat eine Mega-Windkraftanlage für den Offshore-Betrieb angekündigt, die alle bisherigen Entwicklungen in den Schatten stellt.

Exportbereit: Flügel für Windkraftanlagen im Hafen von Taicang in der chinesischen Provinz Jiangsu.
Exportbereit: Flügel für Windkraftanlagen im Hafen von Taicang in der chinesischen Provinz Jiangsu. © NurPhoto/Imago

Neue Windenergie-Anlage in China ist höher als der Eiffelturm

Die neue Anlage – Typenbezeichnung MySE 22MW – soll 22 Megawatt (MW) Leistung haben und mit mehr als 330 Metern höher als der Eiffelturm in Paris sein, der 324 Meter misst. Sie ist laut Hersteller auf Starkwindregionen zugeschnitten und soll in der Lage sein, auch Taifunen standzuhalten. Der Rotordurchmesser beträgt über 310 Meter. Es sei möglich, die Anlage auf den in Offshore-Windparks bislang gängigen Gründungsstrukturen auf dem Meeresboden aufzustellen, sie eigne sich aber auch für schwimmende Offshore-Windparks. Mingyang plant nach eigenen Angaben, die erste MySE 22MW 2024 oder 2025 zu bauen.

Der Wettlauf um die leistungsstärkste Offshore-Windenergieanlage läuft seit einiger Zeit auf Hochtouren. Die Hersteller GE Renewable Energy, Goldwind, Siemens Gamesa und Vestas liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aktuell haben die Chinesen quasi die Rotoren vorn. Die bislang größte Anlage wurde Ende Juni von Goldwind aus China im chinesischen Offshore-Windpark Fujian platziert, sie leistet 16 MW. Das deutsch-spanische Unternehmen Siemens-Gamesa stellte in diesem Jahr in Dänemark für einen Testlauf an Land eine 15-MW-Anlage auf, die allerdings auch für Offshore-Anwendungen geplant ist.

Branche in der Krise

Zum Vergleich: Die im ersten deutschen, seit 2010 betriebenen Offshore-Testfeld „Alpha Ventus“ installierten Windräder haben fünf MW Leistung, ihre Höhe beträgt gut 150 Meter über der Wasserlinie. Zuletzt wurden in der Nordsee Neun-MW-Anlagen aufgestellt, im Windpark Kaskasi.

Die Windkraft war 2022 weltweit nach den Ausbaurekorden der Vorjahre in eine Krise geraten. Die Inbetriebnahme von Anlagen sank um 15 Prozent auf 86 000 MW (86 Gigawatt). Dabei war das Wachstum in den beiden größten Windkraft-Märkten der Welt, China und USA, zum Stillstand gekommen. Grund für die rückläufige Entwicklung waren vor allem Engpässe in der Lieferkette und die Unsicherheit über staatliche Unterstützungsmaßnahmen für den Windenergie-Ausbau, wie es in einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Bloomberg NEF (BNEF) hieß. In diesem Jahr ist die Lage ebenfalls nicht einfach. Rückschläge gab es etwa bei den Ausbauplänen in den USA und Großbritannien. Und auch im früheren Windkraft-Pionierland Deutschland werden die von der Ampel-Regierung angehobenen Ausbauziele absehbar nicht erreicht.

Die aktuelle Rekord-Ankündigung von Mingyang passt daher zu der Einschätzung, die der Manager Martin Knops des belgischen Unternehmens ZF Wind Power auf der diesjährigen Husumer Windmesse äußerte. Er konstatierte, das „Herz“ der Windenenergie schlage mittlerweile in China, so zitierte ihn das Fachmagazin „Neue Energie“.

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