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ADAC-Präsident Markl: „Das Vertrauen kommt zurück.“
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ADAC-Präsident Markl: „Das Vertrauen kommt zurück.“

ADAC

Wieder in der Spur

  • Thomas Magenheim-Hörmann
    VonThomas Magenheim-Hörmann
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Der ADAC kommt mit den Reformen voran und gewinnt nach dem Hauptkrisenjahr 2014 wieder 230.000 Mitglieder dazu. Auch ein unabhängiger Beirat bestätigt dem Club, auf dem richtigen Weg zu sein.

ADAC-Präsident August Markl sollte eigentlich längst seinen Lebensabend genießen. Vor zwei Jahren musste der 68-jährige aber Pläne für eine Kreuzfahrt mit seiner Gattin unverhofft auf Eis legen und den von einem Skandal um Manipulationen beim ADAC-Autopreis Gelber Engel erschütterten Club übernehmen. Seitdem wird reformiert – offenbar erfolgreich. „Das Vertrauen kommt zurück“, atmet der ehrenamtliche ADAC-Boss auf. Im Hauptkrisenjahr 2014 hatte der Club, der bis dahin stets jährlich um eine halbe Million Mitglieder gewachsen war, 20 000 verloren. Voriges Jahr kamen per saldo dagegen 230 000 Mitglieder dazu und auch Politik sowie Medien fragen den ADAC verkehrspolitisch wieder nach Rat.

„Motorwelt“ überarbeitet

Auch ein unabhängiger Beirat hat dem tief gefallenen Club jüngst bestätigt, mit seiner Reform für Vertrauen auf dem richtigen Weg zu sein. Deren Kernelemente mit einer Dreiteilung des undurchsichtigen Gebildes ADAC in einen Verein, eine Aktiengesellschaft nach europäischen Recht und eine Stiftung stehen. Auch eine Compliance-Abteilung, die über die interne Einhaltung von Recht und Gesetz wacht, ist seit vergangenem Oktober aktiv. Final absegnen sollen die nun wieder 19,15 Millionen ADAC-Mitglieder alle Pläne über ihre Vertreter aus den 18 Regionalclubs bei der Hauptversammlung Anfang Mai in Lübeck.

Markl ist zuversichtlich, dass das gelingt, obwohl gerade heftiger Widerspruch erklingt. Er kommt vom Ex-Club-Präsidenten Otto Flimm, der mit seinen 86 Jahren behauptet, dass niemand den ADAC so gut kenne wie er. Die geplante Dreiteilung mit betonter „Entherrschung“ zwischen Ehrenamt und den vielen ADAC-Wirtschaftsaktivitäten mit dem Verkauf von Versicherungen oder dem Verlagsgeschäft sei ein Irrweg und schädlich für die Mitglieder, wettert Flimm. Er präsentiert dazu ein Gutachten und droht mit einer Klage, falls seine Nachfolger in der ADAC-Zentrale die Reform nicht stoppen.

Von außen ist schwer einschätzbar, ob Flimm noch über eine Hausmacht verfügt oder das Sprachrohr anderer Funktionäre in den Regionalclubs ist. Letztere sind nicht komplett auf Reformlinie. Vier von ihnen weigern sich, Gesellschafter der Compliance-Abteilung zu werden, die innovativ in GmbH-Form gegossen wurde. Markl ficht das nicht an. Ob alle Regionalclubs Gesellschafter der Compliance GmbH sind, sei nicht wichtig. Entscheidend sei, dass sie sich alle ihrer Rechtsaufsicht unterwerfen. Hier gebe es keine Abweichler

Ein neues Reformsignal will der ADAC auch mit seiner Zeitschrift „Motorwelt“ setzen, Deutschlands auflagestärkstem Magazin mit 13,8 Millionen Exemplaren. Nur noch zehn- statt zwölfmal im Jahr soll die „Motorwelt“ aus Kostengründen erscheinen, mit weniger Werbung und größerem redaktionellen Teil.

Bis Mitte 2017 will Markl noch dafür sorgen, dass nichts aus dem Ruder läuft. Dann endet seine Präsidentschaft unwiderruflich. Auf das Ehepaar Markl wartet eine Kreuzfahrt.

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