Paketdienste

Widerstand gegen Heils Pläne

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Stress, Ärger und überlange Arbeitszeiten: Paketboten haben ein schweres Leben. Das Arbeitsministerium will ihre Lage verbessern. Die Arbeitgeber wehren sich.

Der Online-Handel boomt, immer mehr Pakete werden ausgeliefert. Viele Zustellaufträge gehen inzwischen an Subunternehmer. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will nun für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche sorgen – und stößt dabei auf scharfe Kritik: Die Arbeitgeber laufen Sturm gegen Heils Gesetzespläne, die an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden sollen. „Das Gebot der Stunde sollte nicht mehr Bürokratie sein, sondern weniger“, sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

„Die neuen Gesetzespläne sind ein weiteres Beispiel dafür, staatliches Kontrollversagen in den privaten Bereich zu verschieben. Wenn der Staat seiner Aufgabe zur Überwachung der Einhaltung des Mindestlohns nicht ausreichend nachkommt, kann er diese Pflicht nicht einfach bei Unternehmen abladen.“

Kampeter sagte, Heils Pläne seien „lediglich ein Versuch, sich mit einem bürokratischen, aber praxisfernen Regelwerk aus der Verantwortung zu stehlen“. Für die betroffenen Unternehmen bedeute dies „unverhältnismäßige Haftungsrisiken“. Stattdessen sollte der Staat seine eigenen Kontrollmechanismen verbessern, wenn er Handlungsbedarf sehe. „Wir brauchen ein Belastungsmoratorium für die Wirtschaft. Dazu gehört ganz besonders der Verzicht auf neue Beschränkungen bei Befristungen und Arbeitszeit“, so Kampeter weiter.

Heil will mit seinem Gesetzentwurf für bessere Arbeitsbedingungen in der Paketbranche sorgen. Laut Arbeitsministerium geben inzwischen in viele Paketdienste einen Teil ihrer Aufträge an Subunternehmer ab, um die gestiegenen Auftragszahlen überhaupt bewältigen zu können. Dabei komme es unter anderem zu Verstößen gegen das Arbeitszeit- und das Mindestlohngesetz sowie teilweise zu Schwarzgeldzahlungen.

Eine bundesweite Razzia des Zolls im Februar habe gezeigt, dass jedes sechste überprüfte Beschäftigungsverhältnis tendenziell kritisch einzuordnen ist. Die Pläne des Arbeitsministers sehen vor, in der Branche wie in der Bau- und Fleischwirtschaft eine Nachunternehmerhaftung einzuführen. Nach diesem Prinzip haftet derjenige, der einen Auftrag annimmt und an einen Nachunternehmer weiter vergibt, für die abzuführenden Sozialversicherungsbeiträge.

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