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Stefan Wintels wird die KFW künftig führen.
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Stefan Wintels wird die KFW künftig führen.

KFW

Wichtigste Förderbank bekommt neuen Chef

  • VonRolf Obertreis
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Stefan Wintels kommt von der Citigroup und soll die KFW künftig führen. Er gilt als „dezenter Macher“.

Stefan Wintels wird am 1. Oktober neuer Vorstandschef der staatlichen Förderbank KFW. Das beschloss der Verwaltungsrat der Bank am Mittwochnachmittag. Der 54-Jährige folgt auf Günther Bräunig, der eigentlich schon Ende Juni ausscheiden sollte, aber jetzt bis Ende Oktober bei der KFW bleibt, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Bräunig war am Dienstag von renommierten Wirtschafts- und Finanzjournalist:innen zum Europäischen Banker des Jahres gekürt worden, wegen seiner und der Verdienste der KFW im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das Institut hatte im vergangenen Jahr kurzfristig umfangreiche Corona-Hilfsprogramme aufgelegt und 135 000 Unternehmen mit rund 63 Milliarden Euro unterstützt. Der 65-jährige Bräunig arbeitet seit 1989 für die KFW und steht seit 2018 an der Spitze des Instituts.

Einer der wichtigsten Banker der Republik

Wintels ist in Frankfurt bisher öffentlich wenig aufgetreten. Demnächst wird er zu einem der wichtigsten Banker der Republik. Er arbeitet seit vielen Jahren in führender Position im Investmentbanking der US-Großbank Citigroup, unter anderem sechs Jahre als Deutschland-Chef. Seit einem Jahr fungiert er als „Global Co-Head für den Bereich Banking, Capital Markets&Advisory“ der Citigroup. Damit ist er vor allem für Kapitalmarkt, Personal und Recht zuständig und einer der ranghöchsten deutschen Banker in einer US-Großbank.

Wintels arbeitet zur Hälfte in Frankfurt und in London. Er habe nach dem Brexit dafür gesorgt, dass die Citigroup den Standort am Main nachdrücklich gestärkt habe, heißt es. Nach Überzeugung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der dem KFW-Verwaltungsrat vorsitzt, hat man mit Wintels „eine Spitzenkraft für die KFW gewonnen“. Er bringe die erforderlichen Kompetenzen mit sowie nationale, europäische und internationale Erfahrung, die es brauche um die KFW weiter erfolgreich zu führen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der stellvertretender Vorsitzender des KFW-Verwaltungsrats ist, sagte, Wintels sei die richtige Persönlichkeit, um das umfassende Corona-Krisen-Programm der KFW wie auch die Förderung des Mittelstandes, die Digitalisierung und den Kampf gegen den Klimawandel voranzutreiben. Wintels habe auch Expertise in der Entwicklungszusammenarbeit.

Es ist wenig über Wintels bekannt

Der im niedersächsischen Nordhorn geborene und aufgewachsene Wintels ist Diplom-Kaufmann, hat an der TU Berlin und der US-University of Illinois seinen Master erworben. Acht Jahre lang hat der 54-jährige Wintels bis Anfang des Jahrtausends für die Deutsche Bank in London und Frankfurt gearbeitet, bevor er zur Citigroup wechselte.

Dort kümmerte er sich dem Vernehmen nach um deutsche Finanzinstitute und um Fusionen und Übernahmen im Finanzsektor. 2019 beriet er die Deutsche Bank bei den Fusionsgesprächen mit der Commerzbank. Davor war er unter anderem mit der Privatisierung der Deutschen Pfandbriefbank und der HSH Nordbank befasst.

Insidern zufolge ist Wintels in der Bankenszene und in der Politik gut vernetzt. Aber selbst Top-Banker in Frankfurt sagen, dass sie ihn zwar kennen, aber nicht näher. Der Vater von vier Kindern agiere unaufgeregt, aber zielstrebig, durchaus auch selbstkritisch, sagen Kenner. Wintels sei ein „dezenter Macher“. Das Rampenlicht der Medienöffentlichkeit suche Wintels aber nicht.

Das wird er als Chef einer der größten und für die Wirtschaft wichtigsten deutschen Banken nicht durchhalten können. Die KFW gehört zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern und beschäftigt 6700 Menschen an 80 Standorten.

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