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Das Hauptquartier der Munich Re in, wer hätte es geahnt, München.

Versicherung

Wenn die Batterie schlappmacht

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Munich Re bietet die erste Versicherung für den Antrieb von E-Autos an.

Wer in neue Technologien investiert, geht Risiken ein. Auch deshalb scheuen sich deutsche Konzerne bislang, in den Bau von Batteriefabriken für Elektroautos einzusteigen. Versicherungsriese Munich Re könnte diese Bedenken entschärfen und der Batteriefertigung hierzulande einen entscheidenden Impuls geben. Denn die Münchner versichern seit kurzem erstmals weltweit die Leistung von Batterien. Bereits im Markt ist die Police für Großprojekte zur Stabilisierung von Stromnetzen. Erstkunde dafür ist der US-Batteriehersteller EES, dessen Speicher in Solarparks und bei großen Netzbetreibern arbeiten. Aber Munich Re steht dem Vernehmen nach auch in Kontakt zu potenziellen europäischen und deutschen Herstellern von Autobatterien.

Eine solche Police würde das Risiko auf mehrere Schultern verteilen und könnte den entscheidenden Anstoß für eine vielfach geforderte Fertigung von Batteriezellen durch deutsche Konzerne geben. Stark machen sich dafür vor allem Gewerkschaften und Politik. Sie befürchten ebenso wie Autoexperten eine Abhängigkeit Deutschlands bei diesem elektromobilen Schlüsselprodukt von asiatischen Herstellern. Zugleich droht eine Abwanderung umfangreicher Wertschöpfung in der Schlüsselindustrie Automobil.

Auf Bundesebene forciert vor allem Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das Thema. Als Fertigungsstandort im Sinn hat die Politik dabei strukturschwache Braunkohlereviere. Für eine Batterieproduktion hierzulande hat der Bund insgesamt eine Förderung von einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Gut 30 teils in Konsortien verbundene Unternehmen sollen geantwortet haben. Bekannt ist unter anderem Interesse von VW, des Weltmarktführers für Kleinstbatterien Varta aus Ellwangen und der Deutsche Post-Tochter Streetscooter, die E-Lieferfahrzeuge baut.

Eine Batteriepolice würde die Kalkulation für Hersteller erleichtern. „Die Versicherung von Batterieleistung ist ein wichtiges Puzzlestück für eine CO2-freie Energieversorgung“, betont Munich Re-Vorstand Peter Röder. Die innovative Police decke Leistungsversprechen von Herstellern über einen Zeitraum von zehn Jahren ab. Übertragen auf Elektroautos entspräche das auch der potenziellen Lebensdauer von dort verbauten Batterien.

Die Batteriepolice entlastet damit den Hersteller und dessen Garantieversprechen. Übersteigen die Kosten für Reparatur oder Austausch defekter oder leistungsschwacher Batteriemodule eine vorab festgelegte Summe, kommt dafür die Munich Re auf. Der Ausbau von Batteriekapazität wird damit wesentlich erleichtert und Projekte würden finanzierbarer, was für Investoren entscheidend sei, wirbt Munich Re. Die Police greife auch, falls Batteriehersteller im Garantiezeitraum pleite gingen.

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