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Haltestelle für Fernbusse in Göttingen
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Haltestelle für Fernbusse in Göttingen

ADAC-Test

„Die wenigsten Bahnhöfe sind kundenfreundlich“

  • VonStephan Kaufmann
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Die Reise mit dem Fernbus wird immer beliebter - die Busbahnhöfe können mit dem Boom jedoch nicht Schritt halten. Der ADAC kommt zu einem vernichtenden Befund.

Die Reise mit dem Fernbus wird immer beliebter. 2015 transportierten die Busunternehmen 23,2 Millionen Fahrgäste, errechnet das Statistische Bundesamt – fast drei Mal so viele wie 2013. Die Busbahnhöfe können mit dem Boom jedoch nicht Schritt halten. Der ADAC kommt zu einem vernichtenden Befund: Es fehlen Informationsanagebote, elektronische Anzeigen, vielfach stehen die Wartenden im Regen und Rollstuhlfahrer vor unüberwindlichen Hindernissen. „Die wenigsten Bahnhöfe in Deutschland sind kundenfreundlich“, urteilt der ADAC.

Welche Bahnhöfe hat der ADAC getestet? Getestet wurden im Juni und Juli 2016 Fernbusbahnhöfe in Bremen (ZOB), Dortmund (ZOB), Göttingen (ZOB), Hamburg (Bus-Port ZOB), Hannover (ZOB), Mannheim (Busbahnhof), München (ZOB), Rostock (ZOB), Stuttgart (SAB) und Berlin (Südkreuz). Der Berliner ZOB wurde zum Testzeitpunkt umgebaut und deshalb nicht in das Testprogramm aufgenommen.

Was waren die Kriterien? Die Tester prüften 60 unterschiedliche Merkmale und Kriterien in den Kategorien Ausstattung, Zugänglichkeit, Sicherheit, Information und Komfort. Der ideale Fernbusbahnhof ist laut ADAC vor allem verkehrstechnisch gut angebunden und bietet den Fahrgästen aktuelle und korrekte Informationen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort – also am Terminal selbst und in den Warteräumen. Wichtig sind zudem Serviceeinrichtungen wie eine komplette Überdachung, gute Beleuchtung, ausreichend bequeme Sitzplätze, Steckdosen und WLAN. Idealerweise sollten Reisende keine Fahrbahnen überqueren müssen und behindertengerecht angelegt sein.

Wo liegen die wesentlichen Mängel? Unzureichend findet der ADAC in den meisten getesteten Bahnhöfen die Informationsangebote für Fahrgäste. Elektronische Anzeigen mit aktuellen Informationen im Wartebereich oder an den Bussteigen fehlen bei einem Großteil der Testobjekte entweder ganz oder waren nicht vollständig. Nur in Hamburg, Hannover, München und Stuttgart sind solche Displays überhaupt vorhanden. Durchsagen zu An- und Abfahrten der Busse gibt es nur im Ausnahmefall. Besonders ärgerlich für Fernbusreisende ist,  dass viele Bussteige nicht wettergeschützt erreichbar und nicht überdacht sind. Nur in Hamburg, Mannheim und Stuttgart sind Fahrgäste vor Niederschlägen durchgehend geschützt.

Wer ist ADAC-Testsieger? An der Spitze des Vergleichs liegt der SAB in Stuttgart. Der ADAC verlieh im die Note „gut“. Er ist komplett überdacht, informiert mit mehrsprachigen elektronischen Anzeigen und Durchsagen sowie eigener Website. Daneben verfügt er über einen zentralen Ticket- und Infoschalter für mehrere Anbieter sowie Einkaufsmöglichkeiten, Wasch-, Dusch- und Babywickelplätze, ein durchgehendes Leitsystem für Sehbehinderte und ausreichend Parkmöglichkeiten.

Wer sind die Verlierer? Die schlechteste Note vergab der ADAC an den ZOB in Göttingen: „sehr mangelhaft“. Kaum besser schnitt der Fernbusbahnhof in Bremen ab. Bei beiden Einrichtungen bemängelten die Tester vor allem fehlende elektronische Anzeigen mit aktuellen Informationen, nicht wettergeschützte Bussteige, das Fehlen jeglicher Serviceeinrichtungen und die mangelnde Barrierefreiheit.

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