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Viel zu viel Müll: Elektronikschrott auf einer Müllhalde.
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Viel zu viel Müll: Elektronikschrott auf einer Müllhalde.

„Right to repair“

Weniger Elektroschrott

  • Joachim Wille
    VonJoachim Wille
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Microsoft reagiert auf den Druck von Aktionärinnen und Aktionären und will die ökologischen und sozialen Vorteile einer leichteren Reparierbarkeit seiner Geräte“ analysieren lassen. Das soll dann auch Konsequenzen haben.

Weltweit fallen pro Jahr über 53 Millionen Tonnen Elektroschrott an, so der „Global E-Waste Monitor“. Das ist so viel, wie alle erwachsenen Europäer:innen zusammen wiegen, oder entspricht dem Gewicht von 350 großen Kreuzfahrtschiffen. Nur 15 bis 20 Prozent davon werden ordnungsgemäß recycelt. Für weniger E-Schrott kämpft die internationale „Right to Repair“-Bewegung. Sie vermeldet nun einen wichtigen Erfolg: Hersteller Microsoft ist offenbar bereit, die Reparaturfreundlichkeit seiner Produkte wie der Konsole Xbox und der Surface-Laptops zu verbessern.

Hauptgründe für den Boom beim E-Schrott mit seinen negativen Umwelt- und Klimafolgen sind laut dem Monitor der zunehmende Konsum an Elektro-Produkten, deren Kurzlebigkeit und die Schwierigkeit, die Geräte zu reparieren. Kritiker:innen werfen Herstellern von Smartphones, Laptops und anderen Elektronikprodukten vor, die Kurzlebigkeit quasi mit einzubauen.

Im Falle Microsoft führte der Druck einer Gruppe kritischer Aktionär:innen in den USA nun dazu, dass der Konzern einlenkt. Diese hatten im Juni bei der Börsenaufsicht einen Aktionärsantrag eingereicht, in dem Microsoft aufgefordert wurde, die „ökologischen und sozialen Vorteile einer leichteren Reparierbarkeit seiner Geräte“ zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Die Gruppe hatte sich dazu mit der NGO „As You Sow“ („Wie man sät“) zusammengetan, die sich auf die Interessenvertretung von Aktionärinnen und Aktionären spezialisiert hat.

EU-Regulierung erwartet

Microsoft hat dem Druck nun nachgegeben, wie As You Sow mitteilte. Der Konzern will die Studie von externen Fachleuten erstellen lassen und in einem halben Jahr über die Erkenntnisse berichten. Die Aktionärsvertretung zog daraufhin ihren Antrag zurück. Sie bezeichnete die Reaktion des Unternehmens als „ermutigenden Schritt“, dessen Folgen aber weiter kontrolliert werden müssten. Ein Microsoft-Sprecher erklärte gegenüber dem Technikportal „The Verge“, es gehe um das „Produktdesign“ sowie die „Ausweitung an Gerätereparatur-Optionen“. Gemeint ist damit die Frage, ob auch freie, nicht herstellerlizensierte Werkstätten künftig mit Ersatzteilen versorgt werden sollen.

Branchenkenner:innen sehen das Einlenken als Beleg dafür, dass Microsoft seine vorher negative Haltung zum Recht auf Reparatur geändert habe. Der Konzern könne nun ein „Vorreiter“ unter den Elektronikherstellern werden. Microsoft soll in der Vergangenheit intensive Lobbyarbeit gegen Gesetzespläne pro Reparierbarkeit in den US-Bundesstaaten Colorado und Washington gemacht haben. Dass mit öffentlichem Druck hier durchaus etwas erreicht werden kann, zeigt das Beispiel des Smartphone- und Computer-Herstellers Apple. Er stellt heute anders als früher auch freien Werkstätten Ersatzteile zur Verfügung.

Inzwischen hat das Thema die höchsten politischen Ebenen erreicht. So arbeitet in den USA das Weiße Haus an einer bundesweiten Verordnung, die das Recht auf Reparatur festschreibt. Im vorigen Jahr hat auch die EU entsprechende Regelungen angekündigt.

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