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Die Art, wie mit dem Dieselskandal umgegangen wird, trägt die Handschrift Ferdinand Piëchs.

Dieselskandal

Weniger Ehrfurcht

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Die Art, wie bei VW mit dem Dieselskandal umgegangen wird, trägt die Handschrift der Porsches und Piëch. Das behindert die Aufklärung. Der Kommentar.

Volkswagen hat glänzende Geschäftszahlen für 2017 vorgelegt – trotz Dieselskandals. Die hiesigen Probleme mit den Selbstzündern werden durch Erfolge in der großen weiten Welt mehr als kompensiert. Das Management erntet nun, was Ferdinand Piëch zunächst als Vorstandschef und dann als Aufsichtsratsvorsitzender vor Jahren gesät hat.

Piëch wollte mit Gewalt an die Weltspitze. Das wurde mit aggressiver Expansion und fortwährender Veredelung der Produkte erreicht. Tausende Jobs sind hierzulande entstanden. Piëch hat sich zwar nach einem bitteren Machtkampf gegen seine Verwandten zurückgezogen. Doch der Porsche-Piëch-Clan hat noch immer das Sagen. Die Dankbarkeit und Ehrfurcht gegenüber der Großfamilie sind in der Politik stark ausgeprägt – namentlich bei der im Aufsichtsrat mit zwei Sitzen vertretenen niedersächsischen Landesregierung.

Doch auch die Art, wie mit dem Dieselskandal umgegangen wird, trägt die Handschrift der Porsches und Piëch. Schnell abhaken und weitermachen, als sei nichts gewesen. Dies führt dazu, dass eben nicht, wie vielfach postuliert wurde, lückenlos aufgeklärt wird. Immer wieder kommen neue Verfehlungen ans Licht, was fortgesetzte Reputationsschäden verursacht. Das lässt sich – allen Rekorden zum Trotz – an den Absatzeinbußen von VW hierzulande ablesen.

Weniger Ehrfurcht der Politiker vor dem Familienclan ist dringend nötig. Auch um Jobs langfristig zu sichern. Denn die Porsches und die Piëch sind keineswegs unfehlbar.

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