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Jim Yong Kim und Christine Lagarde.
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Jim Yong Kim und Christine Lagarde.

IWF und Welktbank

Nur die Weltbank jubelt

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Zum Abschluss der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank dominieren Sorgen um einen Absturz der Weltwirtschaft.

Wenigstens einer konnte auf der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington jubeln. Von einer „historischen Vereinbarung“ sprach voller Euphorie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. Die Mitgliedsstaaten stellen der Weltbank 13 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro) zusätzlich zur Verfügung, damit sie die Armut auf der Erde wirksamer bekämpfen kann. Die seit langem eingeforderte Kapitalerhöhung kam zu Stande, weil die US-Regierung ihre Blockade aufgab. Die Mitgliedsländer hätten damit „ihr erneutes Vertrauen“ in die globale Kooperation“ bewiesen, freute sich Kim.

Diese Interpretation freilich scheint gewagt in Zeiten, in denen US-Präsident Donald Trump die internationale Zusammenarbeit, den so genannten Multilateralismus, und besonders die Weltbank bekämpft. Hinter der Kehrtwende dürften eher strategische Interessen der USA stehen. Offenbar ist Trump zur Erkenntnis gelangt, dass eine Schwächung der Weltbank ihm wenig nützt und China umso mehr. Überall wo die Weltbank Lücken lässt, springt Peking mit eigenem Kapital ein – in Afrika wie in Asien mit der Seidenstraßen-Initiative. Vor dem Entgegenkommen hatte Trump daher verlangt, dass die Weltbank nicht länger arme Regionen in China fördert. Die Mitgliedsländer beauftragten die Weltbank denn auch, sich stärker auf die ärmsten Gebiete zu konzentrieren. 

Angst vor dem Absturz

Ansonsten prägte die Angst vorm Absturz den Gipfel, bei dem auch die Finanzminister und Notenbankchefs der G 20-Länder zusammenkamen. Sie vereint die Furcht, dass für die erstaunlich gute laufende Weltwirtschaft das Beste vorbei sein könnte und sich die nächste Krise schon aufbaut. Mindestens vier Gründe wurden in den Beratungen dafür immer wieder genannt: 

Politik: Im Handelskonflikt mit den USA wird es in dieser Woche hektisch. Denn am 1. Mai ist es vorbei damit, dass Trump Europa von seinen Strafzöllen ausnimmt. Erst reist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron über den Atlantik, um mit Trump über eine Verlängerung der Fristen oder besser eine dauerhafte Ausnahmeregelung für die EU zu reden. Am Freitag folgt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei dem Gipfel am Wochenende zeichnet sich kein Entgegenkommen der USA ab. Stattdessen warnte das IWF-Finanzkomitee vor „wachsenden Spannungen im Handel und der Geopolitik“.

Finanzmärkte: Die geldpolitische Wende nimmt vor allem in den USA an Fahrt auf – gerade sind die zweijährigen US-Anleihen auf den höchsten Wert seit einem Jahrzehnt gestiegen. Damit wird es attraktiver für Investoren, dort anzulegen und ihr Kapital aus den Schwellenländern abzuziehen. Der IWF rief daher alle betroffenen Länder auf, sich besser auf die neue Ära in der Weltwirtschaft vorzubereiten. Einiges ist geschehen. Viele Staaten haben ihre Währungen abwerten lassen, wodurch sie ihre Handelsdefizite und damit ihre Abhängigkeit von ausländischem Kapital minderten. 

Schulden: Nicht nur in den Schwellenländern mit mittlerem Einkommen, sondern auch in den reichen Ländern sind die Defizite trotz des Aufschwungs stark gestiegen. Damit fehlen die Reserven, um bei einem Abschwung mit staatlichen Ausgaben dagegen halten zu können. Über ihre Verhältnisse leben laut IWF wieder einmal die USA.

Europa: Auch in Washington wurde viel über Griechenland und die Euro-Zone geredet. Doch auch der neue deutsche Finanzminister Scholz ist noch nicht so weit, der Forderung des IWF nach einem Schuldenschnitt für Athen zuzustimmen. Immerhin bekundete er glaubwürdig den guten Willen, um gemeinsam an einer stabileren Währungsunion zu arbeiten. Dabei geht es auch um die Vollendung der Banken- und Kapitalmarktunion, die in Deutschland innenpolitisch schwer durchzusetzen ist. 

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