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Christine Lagarde, EZB-Chefin, betont die Entschlossenheit, in der Krise zu handeln.
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Christine Lagarde, EZB-Chefin, betont die Entschlossenheit, in der Krise zu handeln.

EZB-Geldpolitik

Weitere Milliarden aus Frankfurt?

  • vonRolf Obertreis
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Die Europäische Zentralbank dürfte ihr Corona-Anleihekaufprogramm schon bald auf fast zwei Billionen Euro aufstocken.

Es ist die letzte Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr. Nicht nur deshalb ist es ein mit Spannung erwartetes Treffen. Auch das Gremium unter der Leitung von Präsidentin Christine Lagarde kennt in diesem Tagen fast nur ein Thema: Corona. Am Donnerstag wird sie deshalb – das hat Lagarde mehrfach unzweideutig angekündigt – ihre Geldschleusen noch weiter öffnen und das Krisenanleihekaufprogramm PEPP nicht nur verlängern, sondern erneut massiv aufstocken – vermutlich um deutliche 600 Milliarden Euro auf die dann gigantische Summe von 1,95 Billionen Euro bei einer um ein halbes Jahr ausgedehnten Laufzeit bis mindestens Ende nächsten Jahres. Das erwarten etwa Michael Schubert, Ökonom der Commerzbank, und Konstantin Veit vom Analysehaus Pimco.

„Die EZB war in der ersten Welle da und die EZB wird auch in der zweiten Welle da sein“, hat Lagarde zuletzt mehrfach betont und damit die Entschlossenheit zum Handeln unterstrichen. Die EZB sei gefordert „zumindest bis die Gesundheitsnotlage vorüber ist“. Schon nach der geldpolitischen Sitzung Ende Oktober hatte der 25-köpfige Rat betont, dass man im Dezember die „Instrumente der Lage entsprechend neu kalibrieren“ werde. Das wird von Experten als deutlicher Hinweis auf eine weitere geldpolitische Lockerung gewertet.

Mit ihrer Geldpolitik will die EZB weiter für günstige Finanzierungsbedingungen in der Eurozone sorgen, damit sich Unternehmen – nach Vorstellungen Lagardes vor allem der Mittelstand – und Verbraucher bei Banken und Sparkassen Kredite zu möglichst niedrigen Zinsen beschaffen können. Über PEPP – es steht für „Pandemic Emergency Purchase Program“ – erwirbt die EZB Anleihen der Eurostaaten und von Unternehmen in Euroland. Das soll die Renditen und damit auch die Kreditzinsen drücken. Bei der Auflage im März hatte PEPP einen Umfang von 750 Milliarden Euro, im Sommer wurde es um 600 Milliarden Euro aufgestockt. Jetzt dürfte es auf ein Volumen von 1,95 Billionen Euro ausgeweitet werden.

Daneben laufen die „regulären“ Anleihekaufprogramme für öffentliche Anleihen, für Unternehmensanleihen, für Pfandbriefe und für mit Forderungen besicherte Wertpapiere ungebremst weiter – mit rund 120 Milliarden Euro allein im November. Mittlerweile hat die EZB Anleihen und Wertpapiere im Volumen von mehr als drei Billionen Euro gekauft.

Den Leitzins hält die Notenbank schon seit 2016 bei null, daneben müssen Banken für Einlagen bei der EZB zahlen, der Zins liegt bei minus 0,5 Prozent. Andererseits können sich die Institute mit sehr günstigen Langfristkrediten bei der EZB mit Geld versorgen. Für die müssen sie nichts bezahlen. Sie werden sogar belohnt und erhalten einen Zins von bis zu einem Prozent.

Allerdings könnte der Rat am Donnerstag noch weitere bisher nicht angewendete Maßnahmen im Kampf gegen die Krise aktivieren. Man betrachte nicht nur PEPP und neue mögliche Langfristkredite, sagt EZB-Chef-Volkswirt Philipp Lane, der die Ratssitzungen und Entscheidungen vorbereitet. Es gebe „eine breite Palette von Maßnahmen wie zum Beispiel Sicherheiten, Swaps und Repos“, sagt er. Swaps und Repos sind in der Finanzbranche übliche Instrumente zur Absicherung von Risiken, etwa bei Zinsen.

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