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Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht mehr.
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Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht mehr.

Qualifikation

Weiterbildung in der Freizeit

  • vonStefan Sauer
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Beschäftigte lassen sich zunehmend außerhalb ihrer Arbeitszeit schulen. Viele Unternehmen drängen trotzdem auf eine höhere Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer bei den Kosten.

Betriebliche Weiterbildung vermag die Wertschöpfung und Innovationskraft des Unternehmens zu steigern, sie erhöht Motivation und Leistungsfähigkeit der Belegschaft, sie lindert Facharbeitermangel und stärkt die Bindung der Mitarbeiter an die Firma.

Mit solchen Zuschreibungen adelt eine große Mehrheit der deutschen Arbeitgeber die fortlaufende Qualifikation ihrer Beschäftigten zum unternehmenspolitischen Tausendsassa. Nach der „Weiterbildungserhebung 2012“ des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) knüpfen vier von fünf Geschäftsleitungen außerordentlich positive Erwartungen an die Weiterbildung des Personals.

Anders als die Lobgesänge der Arbeitgeber es vermuten lassen könnten, waren es in den vergangenen Jahren aber vor allem die Arbeitnehmer, die ihre Qualifizierungsanstrengungen erheblich steigerten: 2010 verwendeten Arbeiter und Angestellte mehr als doppelt so viel ihrer Freizeit für berufliche Fortbildung wie noch 2007, während Weiterbildungen innerhalb der regulären Arbeitszeit im selben Zeitraum um vergleichsweise bescheidene 14 Prozent zunahmen.

Leicht sinkende Kosten

Von den 29,4 Stunden, die jedes Belegschaftsmitglied 2010 durchschnittlich in berufsbezogenen Seminaren, Informationsveranstaltungen und Kursen verbrachte, entfielen 9,6 Stunden auf die Freizeit. 2007 waren es erst 4,5 Stunden gewesen. Der Anstieg von 21,9 auf 29,4 Weiterbildungsstunden ging mithin zum großen Teil aufs Konto der Arbeitnehmer.

Andere Daten sprechen ebenfalls dafür, dass die Fortbildungsbemühungen der Unternehmen nach den Krisenjahren 2008 und 2009 eher zögerlich Fahrt aufnehmen. Laut IW-Befragung, an der 2254 Unternehmen teilnahmen, hielten 83,2 Prozent der Firmen im Jahr 2010 Weiterbildungsangebote vor, 2007 waren es mit 83,6 Prozent geringfügig mehr. Auch der Kostenaufwand ging leicht von 1053 auf 1035 Euro pro Arbeitnehmer zurück.

Das IW nennt eine Reihe von Gründen für diese Entwicklung: In den Krisenjahren hätten Arbeitnehmer durch den Abbau von Überstunden und Kurzarbeit Gelegenheit gehabt, um einen Teil ihrer so gewonnenen Freizeit für die berufliche Weiterbildung zu verwenden. Zwar falle es auch Firmen in Krisenzeiten leichter, angesichts leerer Auftragsbücher Personal für Weiterbildungen freizustellen. Andererseits lasse steigender Kostendruck die Bereitschaft zu Ausgaben für die Mitarbeiterqualifizierung sinken.

Fakt ist, dass viele Unternehmen seit Jahren darauf drängen, die Arbeitnehmer stärker an den Kosten der Weiterbildung zu beteiligen. Denn sofern es sich nicht um rein betriebsbezogene Qualifizierungen handele, erhöhten sich schließlich die Chancen des Mitarbeiters auf dem Arbeitsmarkt. In einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung aus dem Jahr 2010 forderte gut die Hälfte der Unternehmen, die Arbeitnehmer sollten für Weiterbildungen, die ihr Beschäftigungsfähigkeit stärkten, mehr Freizeit einbringen.

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