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Die Deutsche Bank in Frankfurt.
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Die Deutsche Bank in Frankfurt.

Deutsche Bank

Weiter im Krisenmodus

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Die Deutsche Bank hat mit einem enttäuschenden Ergebnis im vierten Quartal die Zweifel an ihrer Aufstellung bestärkt. Ein Verlust von 1,15 Milliarden Euro zwischen Oktober und Dezember führte an der Börse zu einem deutlichen Kursrutsch der Aktie, die allerdings in den vorangegangenen Wochen erheblich zugelegt hatte.

Schwierigkeiten im Investmentgeschäft, die kostspieligen Rechtsstreitigkeiten und der Abbau der Risiken in der Bilanz – die Herausforderungen für die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen sind den Anlegern und Analysten bekannt. Allerdings hatten sie wohl erwartet, dass die beiden die Probleme besser im Griff hätten. Doch durch den überraschend hohen Verlust im vierten Quartal bleibt für das Gesamtjahr 2013 ein Gewinn vor Steuern von 2,07 Milliarden Euro übrig. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor, doch nur die Hälfte dessen, was die Experten vorausgesagt hatten.

Zusätzliches Ungemach droht durch die Finanzaufsicht Bafin, die nach zahlreichen Skandalen laut einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ vom Wochenende nun auch wegen möglicher Manipulationen eine Sonderprüfung eingeleitet hat.

„Fitter und sicherer“

Jain und Fitschen warben in ihrem Statement um mehr Geduld bei der Bewältigung der Altlasten, die der hiesige Branchenprimus in der Finanzkrise angesammelt hat. „2013 war das zweite Jahr in Folge, in dem wir in das künftige Wachstum sowie die weitere Stärkung unsere Kontrollen investierten und Altlasten abarbeiten.“ Gleichwohl habe das Institut im operativen Kerngeschäft „eines der besten Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre“ erzielt. Dies habe die Deutsche Bank „fitter, sicherer und ausgewogener gemacht“, betonten Jain und Fitschen.

Die Zuversicht gründet sich unter anderem auf einen Abbau der Bilanzrisiken seit Ende 2012 um zwölf Prozent. Dennoch könnte es sein, dass das Unternehmen noch nachlegen muss, um die künftigen Anforderungen an die maximale Verschuldung zu erfüllen. Für dieses sogenannte Leverage Ratio verlangen die neuen Vorschriften, Basel III genannt, dass das Eigenkapital mindestens drei Prozent der bereinigten Bilanzsumme beträgt. Nach vorläufigen Angaben der Bank liegen die eigenen Mittel knapp über der Marke. Doch könnte es sein, dass sie nach den geänderten Regeln der EU die Bilanzsumme neu berechnen muss.

Dividende fraglich

Ein einfaches, bei Aktionären aber unpopuläres Mittel, das Eigenkapital zu erhöhen, ist der Verzicht auf Ausschüttungen. Über die Dividende sei noch nicht entschieden, sagte Finanzvorstand Stefan Krause vor Analysten. Darüber müsse der Aufsichtsrat befinden. Allerdings hat die Bank in den ersten neun Monaten 2013 bereits genügend Geld zurückgelegt, um 75 Cent je Aktie auszuzahlen. Dafür müsste sie über zwei Drittel des Nettogewinns den Aktionären überlassen, statt die Mittel im Unternehmen zu belassen, um die Kapitaldecke zu stärken.

Weh tun der Bank die zahlreichen juristischen Verfahren, die 2013 Aufwendungen von 2,5 Milliarden Euro erforderten. Allein die EU-Kommission verhängte eine Rekordbuße über 725 Millionen Euro gegen die Deutsche Bank für Absprachen über Referenzzinssätze wie den Libor. Zwar konnte das Institut dies durch Rückstellungen auffangen. Dennoch musste das größte deutsche Institut im vierten Quartal erneut Rückstellungen aufbauen, um für weitere Sanktionen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten vorzusorgen. Teuer kann für die Frankfurter auch der noch laufende Prozess mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch werden.

Stabile Erträge lieferte die Privatkundensparte der Deutschen Bank, während der Handel mit Anleihen unter den leicht steigenden Zinsen leidet. Eine halbe Milliarde Euro kostete im letzten Quartal des vergangenen Jahres der Konzernumbau, der im Institut zu mehr Nachhaltigkeit führen soll.

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