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Die Schadsoftware von „Winnti“ kann mittlerweile von jedem IT-nerd eingesetzt werden - es ist fast unmöglich, die Herkunft eines Angriffs zu lokalisieren.

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Von wegen China

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Mit Schuldzuweisungen sollte man bei Cyberattacken vorsichtig sein. Ein Kommentar.

Klar ist fast nichts. Klar ist nur, dass eine Hackerbande namens „Winnti“ seit über zehn Jahren ihr Unwesen treibt. Der Angriff auf den Dax-Konzern Thyssen-Krupp 2016 soll ebenso auf ihr Konto gehen wie diverse Cyberattacken auf deutscher Unternehmen aus dem Chemie-, Maschinen- und Anlagenbau – und jetzt auf den Pharma-Riesen Bayer. Doch spätestens dann wird es nebulös. „Winnti“, eine seinerzeit von Kaspersky Lab enttarnte, hochprofessionelle Gruppe von Hackern, soll von Südostasien aus operieren. Vermutlich hat sie ihren Ursprung in China. Aber was beweist das schon?

Ihre Schadstoffsoftware kann mittlerweile von jedem IT-Nerd von jedem x-beliebigen Ort der Welt aus eingesetzt werden. Und damit wird es fast unmöglich, die Herkunft eines Angriffs zu lokalisieren. Vorsicht also bei eiligen Schuldzuweisungen in Richtung Peking, nur weil es en vogue ist, Wirtschaftsspionage mit dem Reich der Mitte zu verbinden.

„Winnti“ beweist etwas anderes: Jede Firma muss jederzeit mit einem Cyberangriff rechnen und sich ausreichend davor schützen – koste es, was es wolle. Das allerdings passiert viel zu selten. Wer aber seinen wertvollsten Rohstoff – Patente, Ideen, Baupläne – nicht ausreichend vor fremden Blicken schützt, wird schon in Kürze bedeutungslos werden.

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