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Was man tun kann, wenn die Rente nicht für das Pflegeheim reicht

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Von: Kilian Bäuml

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Durch die Inflation steigen die Preise in Deutschland immer weiter an. Die Rente reicht für immer weniger, viele Beziehende haben Angst, dass sie ihre Ausgaben nicht mehr decken können.

Frankfurt – Schon vor der aktuell hohen Inflation konnten einige Rentenbeziehende ihre Ausgaben kaum decken. Die Altersarmut steigt immer weiter.

Wenn man pflegebedürftig wird, reicht die Rente oft nicht aus, um alle anfallenden Kosten zu tragen. Hier erfahren Sie, was Sie dann machen können.

Wenn die Rente nicht reicht: Pflegeversicherung

Um die Rentenbeziehenden im Pflegefall zu unterstützen, wurde die Pflegeversicherung 1995 als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung, unabhängig von der bezogenen Rente, eingeführt. Jede Person mit Krankenversicherung ist auch pflegeversichert. Das Ziel dieser Pflegeversicherung ist, die Pflege im Alter zu sichern. In allen Industrienationen wird die Bevölkerung immer älter und der medizinische Fortschritt macht dies möglich, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Mit steigendem Alter wird es allerdings immer wahrscheinlicher, pflegebedürftig zu werden.

Eine pflegebedürftige Person im Bett
Alte Menschen sind häufig pflegebedürftig. (Symbolbild) © imago/manassanant pamai

Die familiären Strukturen haben sich ebenfalls geändert. Familien haben weniger Kinder, diese sind oft berufstätig und können sich nicht um ihre Eltern kümmern, schreibt das BMG weiter. Laut dem Bericht werden bis 2040 mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland über 67 Jahre alt sein werden. Ab diesem Alter hat man derzeit Anspruch auf Rente.

Rente reicht nicht, aber auch Pflegeversicherung deckt nicht alle Kosten ab

Rentenbeziehende, die im Alter dauerhaft vollständig auf fremde Hilfe angewiesen sind oder im Pflegeheim untergebracht werden müssen, können von ihrer Rente und Pflegeversicherung allerdings häufig nicht alle Kosten decken. Die Pflegeversicherung zahlt immer einen festen Betrag aus. Wenn die Leistungen nicht ausreichen, können die Betroffenen einen Antrag auf Sozialhilfe in Form von „Hilfe zur Pflege“ stellen. Dieser kann beantragt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, berichtet die Verbraucherzentrale.

Voraussetzungen für die „Hilfe zur Pflege“

Ein Nachweis der finanziellen Bedürftigkeit der betreffenden Person muss erbracht werden.

Die Bedürftigkeit wird sowohl vom Einkommen als auch vom Vermögen berechnet.

Zur Einschätzung der Bedürftigkeit wird das Vermögen der antragstellenden Person, als auch das Einkommen und Vermögen eines Ehepartners herangezogen, sofern verheiratet.

Erst wenn beide über zu wenig Geld verfügen, beteiligt sich das Sozialamt.

(Quelle: Verbraucherzentrale)

In Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, gibt es außerdem ein Pflegewohngeld, das die Pflegebedürftigen bei der Finanzierung ihrer Unterbringung unterstützt, berichtet die Verbraucherzentrale. Inzwischen versuchen viele Bürger sich auch mit einer privaten Altersvorsorge abzusichern.

Pflegebedürftige können zusätzlich zur Pflegeversicherung und der Hilfe zur Pflege auch weitere Leistungen beim Sozialamt geltend machen. Beispiel hierfür ist eine Kleiderpauschale. Außerdem kann es in einigen Fällen auch sinnvoll sein, von einer stationären auf eine ambulante Pflege zu wechseln.

Rente deckt Ausgaben nicht - Wenn Kinder für ihre Eltern zahlen müssen

Wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, müssen sich Kinder an den Kosten ihrer Eltern beteiligen. Das geschieht im Rahmen des sogenannten Elternunterhalts. Die Kinder der Pflegebedürftigen müssen die Pflege ihrer Eltern jedoch erst ab einem Jahreseinkommen von über 100.000 Euro mitfinanzieren. (Kilian Bäuml)

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