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Für manche der beste Mobilfunker der Welt: Verizon Wireless.
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Für manche der beste Mobilfunker der Welt: Verizon Wireless.

Vodafone Verizon

Ein wahrer Megadeal

  • Frank-Thomas Wenzel
    VonFrank-Thomas Wenzel
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100 Milliarden Dollar sind nicht genug – Vodafone will für seinen 45-Prozent-Anteil am US-Mobilfunker Verizon Wireless deutlich mehr haben. Vieles spricht dafür, dass die Konzernmutter Verizon bereit ist zu zahlen. Es wäre einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte.

Dieses Geschäft hat die Bezeichnung Megadeal verdient: Allein die Berichte über die mögliche, aber noch längst nicht beschlossene Transaktion bewegten am Donnerstag Milliarden. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone will seinen 45-Prozent-Anteil am US-Mobilfunker Verizon-Wireless an die Mutter Verizon verkaufen. Die Aktie von Vodafone kletterte gestern zeitweise um fast zehn Prozent. Der Börsenwert kletterte umgerechnet um knapp zehn Milliarden Euro. Das Geschäft selbst dürfte ein Volumen zwischen 100 und 130 Milliarden Dollar haben. Das wäre einer der größten Deals der Wirtschaftsgeschichte.

Vodafone und Verizon haben eine lange gemeinsame Geschichte in den USA. 1999 taten sie sich zusammen, um ein Mobilfunkunternehmen aufzubauen. Die Briten übernahmen die 45 Prozent, die Amerikaner die übrigen 55 Prozent der Anteile. Das Resultat ist durchaus überzeugend. Mobilfunkmanager in aller Welt schauen seit Jahren neidisch auf Verizon Wireless. Die Firma gehe ganz gradlinig ihren Weg, sagt einer. Sie gilt als profitabelster US-Mobilfunker und dominiert mit mehr als 100 Millionen Nutzern gemeinsam mit AT&T den dortigen Markt. Warum die Trennung? Die Manager der Mutter Verizon wollen seit Jahren die Briten loswerden, die einen großen Teil der Dividenden kassieren.

Vodafone-Chef Vittorio Colao trennt sich seit Jahren von den Beteiligungen, bei denen der Konzern keine Mehrheit also auch nicht das Sagen hat. Colao will sich in erster Linie auf Europa konzentrieren. Ziel ist, angesichts heftigen Wettbewerbs neue Einnahmequellen aufzutun. So will Vodafone sich verstärkt im TV-Kabelnetz-Geschäft engagieren. Unter anderem ist die Übernahme von Kabel Deutschland für rund 7,7 Milliarden Euro geplant.

Verizon muss Herr im Haus werden

Vodafone hofft auf Wachstum beim Bezahlfernsehen. Zudem sollen künftig auch Kabelnetze für mobiles Internet genutzt werden. Mit dem Geld aus dem Verizon-Verkauf auf dem Konto dürften weitere Übernahmen in Europa folgen, was auch die Deutsche Telekom und ihre Töchter auf dem Alten Kontinent unter Druck setzen dürfte. In zweiter Linie geht es Colao darum, in neue Märkte einzusteigen – Afrika gilt als extrem aussichtsreiches Terrain für Mobilfunker.

Vodafone und Verizon nahmen in der Vergangenheit schon mehrfach Anläufe für eine Trennung. Beide Seiten konnten sich aber nicht auf einen Preis einigen. Die Amerikaner wollten höchstens 100 Milliarden Dollar zahlen, die Briten verlangten aber bis zu 130 Milliarden. Inzwischen dürfte es Verizon einfacher als früher fallen, den dreistelligen Milliarden-Betrag aufzutreiben. Erstens ist das Zinsniveau derzeit niedrig, es soll bereits fortgeschrittene Verhandlungen über Kredite mit mehreren Banken geben. Hinzu kommt die aktuell relativ hoch bewertete Verizon-Aktie dem Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum gibt.

Für Verizon ist es dringlich, Herr im Haus zu werden und nicht mehr auf die Briten Rücksicht nehmen zu müssen. Der Mobilfunker steht vor Entscheidungen: So müssen Milliarden investiert werden, auch um weiterhin gegen kleinere, aber erstarkende Anbieter wie die Telekom-Tochter T-Mobile USA zu bestehen.

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