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VW-Kundinnen und -Kunden, die vom Dieselbetrug geschädigt wurden, können auch die zwischenzeitlich gezahlten Zinsen für den Autokredit zurückverlangen.
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Nach einem Urteil des BGH können VW-Kundinnen und -Kunden, die vom Dieselbetrug geschädigt wurden,auch die zwischenzeitlich gezahlten Zinsen für den Autokredit zurückverlangen.

Urteil im Dieselskandal

VW muss Zinsen erstatten

  • Ursula Knapp
    VonUrsula Knapp
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Vom Dieselbetrug Betroffene können in vielen Fällen ihr Auto zurückgeben, müssen sich auf den Kaufpreis aber die Nutzung anrechnen lassen. Doch wie verhält es sich mit den Kosten für einen Autokredit?

Die vom Dieselbetrug geschädigten Autokäufer, die ihr Fahrzeug zurückgegeben haben, können auch die zwischenzeitlich gezahlten Zinsen für den Autokredit zurückverlangen. Das hat am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Damit wurde VW verurteilt, einer Kundin rund 3000 Euro Zinsen zu erstatten. Die Erstattungsfähigkeit der Zinsen für den Autokredit war bisher von Gerichten unterschiedlich entschieden worden. Mit dem BGH-Urteil ist nun eine einheitliche Rechtsprechung sichergestellt.

Die Klägerin hatte 2013 einen gebrauchten VW-Golf bei einem Autohändler erworben. Der Kaufpreis lag bei 18.000 Euro, wovon sie 2.750 Euro bar bezahlte. Den Rest finanzierte sie über einen Kredit bei der VW Bank. Als herauskam, dass im Wagen der Motor mit der unzulässigen Abschalteinrichtung eingebaut war, gab sie ihr Auto zurück und verlangte den Kaufpreis plus der zwischenzeitlich gezahlten Zinsen für den Autokredit. Das Oberlandesgericht Köln sprach ihr beides zu. Allerdings musste sie sich vom Kaufpreis die zwischenzeitlich gefahrenen Kilometer als Nutzungsvorteil abziehen lassen.

Bereits vor rund einem Jahr hatte der BGH entschieden, dass Dieselkunden mit dem manipulierten Motor EA 189 Schadenersatz zusteht, wobei jedoch die Fahrleistung abzuziehen sei. Eine BGH-Entscheidung, ob auch die Zinsen für einen Autokredit zum Schadenersatz gehören, war aber noch nicht ergangen.

VW wehrte sich gegen das Urteil des OLG Köln und legte Revision ein, so kam der Fall zum BGH. Der sprach der Kundin nun endgültig die Zinsen zu. Denn nach dem Gesetz sei bei Schadenersatzansprüchen der Kunde so zu stellen, als habe es den Kauf nie gegeben, begründete der Vorsitzende Richter Stephan Seiters die Entscheidung. Da es aber ohne den Erwerb des manipulierten Golf nicht zu den Finanzierungskosten gekommen wäre, seien auch die aufgewendeten Zinsen zu ersetzen. (AZ: VI ZR 274/20)

Nach Angaben des Anwalts der Käuferin, Florian Rosing, hat das BGH-Urteil für Tausende von Kunden Bedeutung. Denn ein Großteil der Autokäufe sei kreditfinanziert gewesen. Es gehe durchschnittlich um eine Zinserstattung von mehreren Tausend Euro.

VW teilte dagegen mit, das BGH-Urteil könne nicht auf alle finanzierten Fahrzeugkäufe übertragen werden. Die meisten Kreditverträge der VW-Bank enthielten ein sogenanntes „verbrieftes Rückgaberecht“, bei dem der Kunde am Ende der Kreditlaufzeit das Fahrzeug zu einem vereinbarten Preis zurückgeben könne. Über den Zinsanspruch bei diesen Verträgen habe der BGH aktuell nicht zu entscheiden gehabt, so die Mitteilung von VW.

Auch das will der Autobauer offenbar noch vor Gericht klären lassen.

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