+
Kostenlose Kreditkarten eignen sich für fast alle Verbraucher.

Kreditkarten

Vorsicht vor versteckten Gebühren

  • schließen

Debit, Charge oder Revolving? Worauf Verbraucher bei kostenlosen Kreditkarten unbedingt achten müssen!

Viele Banken heben derzeit ihre Kontoführungsgebühren an. Auch Geldabheben kann bei einigen Instituten mittlerweile etwas kosten. Spätestens dann, wenn man keinen Automaten der hauseigenen Bankengruppe gebraucht. Bei Kreditkarten ist es hingegen momentan noch leichter, eine kostenlose Plastikkarte zu bekommen, bei der zum einen keine Grundgebühr anfällt, zum anderen auch keine Abhebegebühr.

Der Hintergrund ist: Bei EC-Karten bestimmt der Automatenbetreiber, was das Ziehen der Scheine kostet – und das sind häufig mehrere Euro. Bei Kreditkarten dürfen die Banken die Abhebegebühr bestimmen – auch für Fremdautomaten. Da Direktbanken in der Regel nur über wenige eigene Automaten verfügen, müssen Kunden häufig auf Automaten anderer Banken ausweichen. Um für die Kunden trotzdem attraktiv zu bleiben, erheben Direktbanken oftmals keine Gebühr für ihre Kreditkartennutzung. Es gibt natürlich auch Filialbanken, bei denen kostenlose Varianten zur Verfügung stehen. Die Direktbanken haben allerdings den Wettbewerbsvorteil, dass sie ohne teuren Filialbetrieb auskommen und so die Abhebegebühren nicht an ihre Kunden weitergeben müssen. Kunden können bei den kostenlosen Kreditkarten zwischen unterschiedlichen Varianten wählen.

Drei Funktionsweisen: Debit, Charge oder Revolving sind drei verschiedene Kreditkartenarten, die sich im Groben von der Abbuchungsart unterscheiden. Die Charge-Kreditkarte ist die klassische. Hier gewährt die Bank für einen gewissen Zeitraum einen Kredit und dieser wird einmal pro Monat vom Girokonto eingefordert, in der Regel geschieht dies automatisch. Etwa die Deutsche Kreditbank (DKB) bietet hier eine kostenlose Kreditkarte im Zusammenhang mit einem Girokonto an.

Bei Debit-Kreditkarten ist das Verfahren noch etwas strenger. Diese bietet zum Beispiel die Consorbank ihren Kunden. Das Kreditinstitut bucht den Betrag ohne Zeitverzögerung vom zugehörigem Konto ab. Das heißt der Inhaber einer Debit-Karte kann nur so lange mit ihr bezahlen, bis der Kontostand bei null ist, oder aber der Inhaber gerät direkt in den Dispot. Der Kredit kann also maximal die Höhe betragen, in der die Bank einen Dispot gewährt. Aufgrund dieses geringen Spielraums akzeptieren allerdings nicht alle Anbieter Debit-Karten. Es kann beispielsweise zu Problemen kommen, wenn Kautionen hinterlegt werden müssen. Das ist in der Regel der Fall bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen.

Dann gibt es noch die sogenannten Revolving-Kreditkarten. Diese ermöglichen es den Kunden, ihren Kredit in Raten zurückzuzahlen – wovon Verbraucherschützer allerdings abraten. Denn die Zinsen sind dann höher als die regulären Kreditzinsen. Eine Abbuchung des gesamten Betrages ohne Zinsen, wie bei den anderen Kreditkartenformen, ist allerdings auch möglich. Das Verbraucherportal Finanztip empfiehlt bei dieser Variante beispielsweise die 1 plus Visa Card von der Santander Consumer Bank.

Unterschied zu kostenpflichtigen Kreditkarten: All diese Varianten bieten viele Banken, Kreditkartenfirmen oder auch Unternehmen im Zusammenschluss mit Banken kostenlos an. Darüber hinaus gibt es kostenpflichtige Gold- und Platinkarten, die sich nicht von den Charge-Kreditkarten in der Funktionsweise unterscheiden, wohl aber bei den Kosten und Zusatzleistungen.

Anbieter von Gold- und Platinkarten werben damit, derart attraktive Zusatzleistungen zu bieten, dass sich eine jährliche Grundgebühr rechnet, etwa Rabatte bei Flügen oder eine Dauerkarte für das Fußballstadion, auch Versicherungen sind manchmal enthalten. „Es ist abhängig von der individuellen Nutzung, ob sich eine Gold- oder Platin-Karte für den Nutzer lohnt. Wenn man die Zusatzleistungen nicht häufig in Anspruch nimmt, rechnet sich die kostenpflichtige Variante kaum“, sagt Josefine Lietzau, Banken-Expertin beim Verbraucherportal Finanztip.

Ob es sich um eine Visa- oder Mastercard handelt, macht wie bei kostenpflichtigen Anbietern keinen Unterschied. Beide Firmen werden international akzeptiert. Weitere Anbieter sind beispielsweise American Express oder Diners Club, die jedoch in weniger Ländern als Zahlungsmittel akzeptiert werden.

Versteckte Gebühren: Wenn Anbieter mit einer kostenlosen Kreditkarte werben, ist damit in erster Linie eine kostenfreie Anschaffung und das Wegfallen einer jährlichen Grundgebühr gemeint. Verbraucher sollten darauf achten, dass auch die Nutzung gebührenfrei ist. Kosten für eine Ersatz- oder Partnerkarte sind nämlich meist nicht mit einbezogen. Achten sollten Verbraucher außerdem auf die Höhe der Kreditzinsen bei verzögerter Rückzahlung. Es gibt viele Anbieter, die kein Geld für das Bargeldabheben verlangen, andere Anbieter aber schon – auch wenn die Kreditkarte an sich kostenlos ist.

„Wer häufig im Ausland ist, für den eignet sich am besten eine Kreditkarte, bei der die Fremdwährungsgebühr nicht zu hoch ist oder ganz wegfällt“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband Deutscher Banken. Obacht aber auch dann, wenn Banken damit werben, weltweit kostenlos Bargeld abheben zu können. „Die Banken beziehen sich damit darauf, dass sie selbst keine Extra-Gebühren von ihren Kunden für die Auszahlung im Ausland verlangen. Für Automatenbetreiber können sie dieses Versprechen nicht geben“, warnt Lietzau. Außerdem, so ihr Tipp, ist das Abheben in lokaler Währung immer günstiger.

Das Fazit: Kostenlose Kreditkarten eignen sich für fast alle Verbraucher. Wichtig aber ist, darauf zu achten, wofür die Kreditkarte am häufigsten eingesetzt werden soll – und das für diese Situationen auch keine versteckten Gebühren anfallen. „Mit einer kostenlosen Kreditkarte muss niemand Abstriche machen“, sagt Beller. Es komme aber ganz auf den individuellen Nutzen an, welche Art der Kreditkarte sich als die richtige erweise.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare