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Im März mussten weniger Menschen zum Arbeitsamt gehen.
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Im März mussten weniger Menschen zum Arbeitsamt gehen.

Arbeitsmarkt

Vollbeschäftigung im Blick

  • VonEva Roth
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Der Arbeitsmarkt in Deutschland erholt sich schneller als erwartet: Die Bundesagentur vermeldet die niedrigsten März-Zahlen seit fast 20 Jahren. Auch die Katastrophe in Japan hat bisher keine Auswirkungen auf die Beschäftigung.

Der Arbeitsmarkt hat sich im März besser entwickelt als erwartet. Bundesweit ist die Zahl der registrierten Jobsuchenden im Vergleich zum Februar saisonbereinigt um 55000 auf 3,2 Millionen Menschen gesunken. Noch geringer war die Arbeitslosenzahl in einem März zuletzt 1992.

Die gesamte Unterbeschäftigung hat sich noch stärker verringert, und zwar um 78000 auf 4,2 Millionen Menschen. Zu dieser Gruppe gehören nicht nur die registrierten Arbeitslosen, sondern auch Personen, die zwar eine Stelle suchen, aber nicht offiziell als Arbeitslose gelten. Das gilt etwa für Leute in Weiterbildung oder für Ein-Euro-Jobber. Die Unterbeschäftigung ist stärker gesunken als die registrierte Arbeitslosigkeit, weil es inzwischen weniger von diesen sogenannten Arbeitsgelegenheiten gibt.

Aufwärtstrend hält an

Banken-Volkswirte zeigen sich positiv überrascht über die Entwicklung. „Die Zahlen sind besser als erwartet“, sagt etwa Stefan Schilbe von HSBC Trinkhaus der Nachrichtenagentur Reuters. „Dieser Trend ist noch nicht zu Ende. Der konjunkturelle Aufschwung geht weiter.“ Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) geht davon aus, dass im Jahresschnitt die Zahl der Arbeitslosen knapp unter drei Millionen sinken wird.

Drei-Millionen-Marke im Blick

BA-Chef Jürgen Weise sagte in Nürnberg, womöglich werde noch in diesem Halbjahr die Drei-Millionen-Marke unterschritten, spätestens aber im Herbst. IAB-Chef Joachim Möller hat noch weiter in die Zukunft geblickt: Er rechne damit, dass sich vom Süden her allmählich überall in Deutschland Vollbeschäftigung durchsetzen könne, sagte er der Zeitung Die Welt. „Wir können das in einem Zeitraum von zehn Jahren erreichen“, hofft der anerkannte Forscher. Auch bei regulären Jobs ist der Trend erfreulich: Im Januar gab es 608000 mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte als ein Jahr zuvor, meldet das Statistische Bundesamt. Der Großteil waren Vollzeitjobs.

Allerdings setzen Firmen immer noch stark auf Leiharbeit, die oft unsicher und schlecht bezahlt ist. So verzeichnet die Zeitarbeitsbranche mit 180000 zusätzlichen Stellen das größte Plus. Im Sozial- und Gesundheitswesen wurden ebenfalls viele neue Leute eingestellt. In der Industrie sind die Zuwächse geringer, immerhin liegt die Beschäftigung mittlerweile über dem Vorjahresniveau. Der Staat hat dagegen in der Verwaltung Stellen abgebaut.

Offensive für Bildung

Die Politik müsse nun vor allem versuchen, Langzeitarbeitslose in die Erwerbstätigkeit zu integrieren, fordert Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Damit dies gelinge, bräuchten die Vermittler vor Ort größere Ermessensspielräume als bisher. Die Vorschläge von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gehen Hundt dabei nicht weit genug. (siehe auch Beitrag unten). Der Deutsche Gewerkschaftsbund schlägt eine „berufliche Qualifizierungsoffensive“ vor, die insbesondere den 1,5 Millionen jungen Menschen ohne Ausbildung helfen soll.

Die Katastrophe in Japan habe sich bislang kaum auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt, berichtet BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Wegen Lieferengpässen hätten bisher lediglich zwei Betriebe Kurzarbeit beantragt. „Wir spüren aber, dass die Unternehmen sich auf mögliche Produktionsengpässe vorbereiten.“ Es gebe viele Nachfragen nach Kurzarbeit.

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