Konjunktur

Volkswagen bleibt in der Spur

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Im Gegensatz zur Konkurrenz hält VW an seiner Prognose fest.

Während die Konjunkturprognosen immer schlechter ausfallen, könnte es für Volkswagen noch ein Rekordjahr werden. Die erste Hälfte hat der Konzern besser absolviert als erwartet, in einem insgesamt schwächeren Markt habe sich VW „sehr gut geschlagen“, sagte Finanzchef Frank Witter. Er bleibt allerdings vorsichtig: Die Risiken – vor allem die handelspolitischen – seien nach wie vor sehr groß.

Während derzeit viele Unternehmen ihre Ziele für den Rest des Jahres zurückstutzen, bleibt VW bei seinen Prognosen. Es sollen etwas mehr Autos verkauft werden als 2018 – obwohl Experten mittlerweile erwarten, dass die weltweite Autonachfrage in diesem Jahr deutlich schrumpfen wird. „Der Volkswagen-Konzern könnte im Gesamtjahr 2019 neue Rekorde bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis einfahren“, sagt Frank Schwope, Autoexperte bei der Nord/LB.

Das wäre dann vor allem neuen SUV-Modellen, staatlicher Absatzförderung in China und geringerer Belastung aus dem Dieselskandal zu verdanken. Im ersten Halbjahr hat VW Gewinn und Umsatz gesteigert, obwohl in fast allen Weltregionen weniger Autos verkauft wurden.

Der „Mix“ mache es möglich, erklärt Witter: Die Kunden kaufen die teureren Autos. VW ist spät auf die SUV-Mode aufgesprungen, hat in den vergangenen Monaten aber reihenweise vor allem kleinere Modelle auf den Markt gebracht, die mehr Gewinn bringen als die Standardversionen.

So ist der neue T-Roc technisch ein Golf, hat auch einen ähnlichen Grundpreis – bekommt von den Käufern aber meist eine bessere Ausstattung spendiert. Außerdem gibt es hier mehr Privatkunden, die weniger Rabatt bekommen als Firmenkunden. So konnte vor allem die Marke VW ihren Gewinn steigern. Auch Porsche profitiert massiv von seinem SUV-Modell Macan.

Den Dieselskandal hat Volkswagen finanziell zwar noch lange nicht überstanden, aber dieses Jahr verlief bisher glimpflich: Eine Milliarde Euro wurde für Rechtsrisiken fällig – weniger als ein Jahr zuvor.

So stieg der Umsatz im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 125 Milliarden Euro und der Nettogewinn um gut acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Der Absatz schrumpfte dagegen um vier Prozent auf 5,3 Millionen Autos.

Stellenstreichungen

Nissan streicht nach einem heftigen Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal rund 12 500 Stellen. Wie Japans zweitgrößter Autobauer am Donnerstag bei der Bilanzvorlage mitteilte,

werden die globalen Produktionskapazitäten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2022/23 um zehn Prozent abgebaut. Nissan musste im ersten Quartal des bis 31. März 2020 laufenden Geschäftsjahres einen starken Rückgang des Gewinns um 95 Prozent auf umgerechnet 53 Millionen Euro hinnehmen. Der Umsatz fiel um 12,7 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro.  

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