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VNG braucht Staatshilfen – Versorger deckte 20 Prozent des Gaspreises 2021

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Von: Moritz Serif

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Robert Habeck
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) steht seit Wochen unter Druck. © Bernd von Jutrczenka/dpa/picture alliance

Nach Uniper benötigt der nächste Gasversorger Staatshilfen. Vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges sei das Unternehmen kerngesund gewesen.

Leipzig – VNG, ein Tochterunternehmen des Energieversorgers EnBW, benötigt Staatshilfen, da Russland kein Gas liefert. Das sei nötig, „um weiteren Schaden von VNG abzuwenden und die Handlungsfähigkeit des VNG-Konzerns insgesamt zu sichern“, teilte das Unternehmen in Leipzig mit. Das Unternehmen gehört zu den größten deutschen Gasimporteuren und versorgt Stadtwerke, Industrie- und Großkunden.

Die Importeure müssen die Verträge mit ihren Kunden einhalten, also die vereinbarten Mengen zu den vereinbarten Preisen liefern. Jedoch reduzierte Russland seine Importe nach Deutschland während des Ukraine-Kriegs zuletzt drastisch. „Aufgrund nicht erfüllter Lieferverpflichtungen von Vorlieferanten mussten und müssen Gasmengen zu erheblich höheren Preisen an den Energiemärkten beschafft werden“, erklärte VNG. Das reiße riesige Löcher in die Kassen.

VNG benötigt Staatshilfen: „War eine kerngesunde Unternehmensgruppe“

„Bis zum Beginn des russischen Angriffskrieges war VNG eine kerngesunde Unternehmensgruppe“, teilte der Importeur weiter mit. VNG handelt nicht nur mit Gas, sondern ist auch für Transport und Speicherung des Rohstoffs verantwortlich. Wegen der aktuellen Lage sei das Unternehmen nun „unverschuldet in eine zunehmend kritischere Finanzsituation gebracht“ worden.

Den Antrag auf Staatshilfe begründete das Unternehmen auch damit, dass so die Funktionsfähigkeit des Gasmarktes und die Versorgungssicherheit im Land gesichert würden. Zur Höhe der benötigten Hilfen machte das Unternehmen keine Angaben.
Das Bundeswirtschaftsministerium ist nach Angaben eines Sprechers „in Gesprächen, welche Möglichkeiten es gibt, um das Unternehmen zu stabilisieren“.

Gasversorger VNG beliefert 400 Stadtwerke und Industriebetriebe

Zum konkreten rechtlichen Instrument könne er noch keine Angaben machen. Grundsätzlich sei es bei einer staatlichen Unterstützung so, „dass das Unternehmen auch einen Eigenbeitrag leisten muss“, fügte er hinzu. VNG beliefert nach eigenen Angaben rund 400 Stadtwerke und Industriebetriebe und gilt als einer der größten Importeure und Speicherer als systemrelevant. Laut EnBW deckte das Tochterunternehmen 2021 rund 20 Prozent des deutschen Gasbedarfs.

Auch Uniper hatte Anfang Juli Staatshilfe beantragt und mit der Stabilisierung der Energiemärkte argumentiert. Ende August hieß es, der Umfang von insgesamt neun Milliarden Euro sei nun „vollständig ausgeschöpft“, daher habe das Unternehmen eine Erweiterung des Kreditrahmens in Höhe von vier Milliarden Euro beantragt. (mse/afp)

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