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Die Deutsche-Bank-Aktie fiel am Mittwoch auf ein Rekordtief von unter elf Euro.

Deutsche Bank

Vier Neue für die Deutsche Bank

Aufsichtsrat erneuert sich mit teils umstrittenen Köpfen.

Mitten in der Führungsdebatte bei der Deutschen Bank sollen vier neue Mitglieder in den Aufsichtsrat des Geldhauses einziehen. Der ehemalige Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch, John Thain, die ehemalige Morgan-Stanley-Bankerin Mayree Clark, die frühere UBS-Managerin Michele Trogni sowie der Deutschland-Chef der Prüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), Norbert Winkeljohann, wurden für einen Sitz im Kontrollgremium nominiert. „Wir freuen uns, dass wir so kompetente neue Mitglieder mit langer Erfahrung in der Finanzbranche gewinnen konnten“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner am Mittwoch. 

Die neuen Aufsichtsratskandidaten ersetzen Mitglieder, deren Amtszeit turnusgemäß ausläuft, darunter Ex-SAP-Chef Henning Kagermann und Eon-Chef Johannes Teyssen. Damit ist kein Vertreter eines großen deutschen Industrieunternehmens mehr in dem zwanzigköpfigen Gremium vertreten. Dabei rühmt sich die Deutsche Bank, gerade für diese Unternehmen als Finanzdienstleister besonders wichtig zu sein.

Aktie im freien Fall

Mit den Kandidaten für den Aufsichtsrat zeigten sich Anleger in ersten Reaktionen dennoch zufrieden. „Ich sehe die Aufsichtsratspersonalien durchweg positiv. Die Qualität des Aufsichtsrats wird weiter gestärkt“, sagte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment. Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW begrüßte, dass die Expertise für das Investmentbanking gestärkt worden sei. „Die Investmentbank hat bei der Deutschen Bank ein starkes Gewicht und das muss sich auch im Aufsichtsrat widerspiegeln“, sagte Nieding. In der Vergangenheit habe der nötige Sachverstand im Kontrollgremium gefehlt. 

Für Aufsehen sorgte vor allem die Nominierung des Wall-Street-Veteranen Thain. Er war von 2004 bis 2007 Chef der New Yorker Börse Nyse, bevor er 2007 an die Spitze von Merrill Lynch wechselte. 2007 gehörte Thain zu den bestbezahlten Managern in den USA und kassierte mehr als 80 Millionen Dollar. In der Finanzkrise wurde Merrill Lynch 2008 an die Bank of America notverkauft, wenige Wochen später wurde Thain gefeuert. Kritiker warfen ihm unter anderem vor, dass er noch kurz vor der Übernahme milliardenschwere Boni durchgewinkt hatte. 

Die Deutsche-Bank-Aktie fiel am Mittwoch in einem wegen des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China schwachen Marktumfeld auf ein Rekordtief von unter elf Euro. (rtr/FR)

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