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Viele Zugausfälle durch Streik bei Bahn-Konkurrenten

Verspätungen, Zugausfälle und keine Hoffnung eine bundesweite Lösung im Tarifstreit: Seit dem frühen Donnerstagmorgen ...

Frankfurt/Main/Berlin. Verspätungen, Zugausfälle und keine Hoffnung eine bundesweite Lösung im Tarifstreit: Seit dem frühen Donnerstagmorgen bestreiken die Lokführer in vielen Teilen Deutschlands wieder die großen Konkurrenten der Deutschen Bahn.

75 Prozent der Züge wurden laut GDL lahmgelegt. Für 47 Stunden, bis Samstagmorgen um 2.00 Uhr, sollen bei regionalen Anbietern die Züge stillstehen. Ausgenommen vom Ausstand sind die Deutsche Bahn und der Konkurrent Keolis (Eurobahn). Das Bahnunternehmen Veolia verschärfte den Konflikt mit einer Aussperrung.

Die Lokführergewerkschaft GDL drohte, den Arbeitskampf fortzusetzen. Sollten die Arbeitgeber nicht mit Angeboten auf den Streik reagieren, «werden wir weitere Arbeitskämpfe durchführen», sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in Halberstadt (Sachsen-Anhalt). «Die Gesprächsbereitschaft, die zurzeit signalisiert wird, ist etwas schlitzohrig. Man bietet uns immer Verhandlungen über Haustarife an. Wir sagen aber klar, wir wollen in diesem Haustarif den Rahmentarif verankern», sagte er.

Die GDL fordert Verhandlungen über einen Rahmentarifvertrag, der eine einheitliche Bezahlung für die 26 000 Lokführer in Deutschland im Regional-, Fern- und Güterverkehr bringen soll - egal, bei welchem Betreiber sie arbeiten. Die Chancen auf eine rasche Einigung mit allen großen regionalen Anbietern sind allerdings wieder gesunken. Zwar will die GDL mit Keolis am 11. April erstmals verhandeln, nachdem sich das Unternehmen zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit erklärt hatte. An anderer Front verschärfte sich der Konflikt jedoch: Veolia sperrt streikwillige Lokführer bei fünf Tochterfirmen für vier Tage aus.

Damit wolle das Unternehmen Planungssicherheit erreichen, erklärte Veolia auf Anfrage. «Das ist ein klarer Versuch, die GDL und ihre Lokomotivführer einzuschüchtern», kritisierte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. Obwohl die GDL für zwei Tage zum Arbeitskampf aufgerufen habe, sollten die Lokomotivführer vier Tage nicht arbeiten dürfen und damit auch keinen Lohn bekommen. Die GDL werde die Rechtmäßigkeit der Aussperrung prüfen lassen.

Auch bei Benex in Hamburg ist keine Bewegung in Sicht: «Wir werden im Streik nicht zurückweichen, weil wir einen Alleinvertretungsanspruch der GDL nicht akzeptieren können», sagte Sprecher Christoph Kreienbaum. Metronom-Vorstand Wolfgang Birlin kritisierte, die GDL wolle vor dem Start von Verhandlungen eine Zustimmung zum Rahmentarifvertrag erzwingen. Die Verkehrsgesellschaft Abellio sieht sich rechtlich nicht in der Lage, mit der GDL über einen Rahmentarifvertrag zu verhandeln, da die Gesellschaft nicht Mitglied in einem Arbeitgeberverband sei.

Die Hessische Landesbahn (HLB) erneuerte zwar ihr Gesprächsangebot an die GDL, sieht einen Rahmentarifvertrag aber ebenfalls kritisch. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben vergangene Woche eine Erweiterung des Haustarifvertrags mit einem Gehaltsplus von 5,4 Prozent angeboten.

Betroffen von den 47-stündigen Streiks sind die großen Verkehrsgesellschaften Abellio, Arriva, Benex, Veolia, HLB sowie ihre Töchter - nicht aber die Deutsche Bahn AG, mit der die GDL wieder verhandelt. Die Gespräche sollen am 7. April fortgesetzt werden.

In Hessen kam es zu Verspätungen und Zugausfällen, betroffen waren auch dieses Mal die Verbindungen der HLB und ihrer Tochtergesellschaft Vectus. In Bayern machte sich dagegen der neuerliche Streik zunächst kaum bemerkbar, ebenso in Nordrhein-Westfalen nach der Rücknahme des Streikaufrufs bei der Eurobahn. In Norddeutschland waren besonders die Verbindungen des Metronoms betroffen. Mehr als 90 Prozent der Züge fielen aus. Auch bei der Mitteldeutschen Regiobahn, der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft und der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt standen laut GDL zahlreiche Züge still. Es ist die zweite Streikwelle in dieser Woche. (dpa)

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