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Viele Hebammen steigen aufgrund dieser Haftpflichtproblematik aus dem Beruf aus.
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Viele Hebammen steigen aufgrund dieser Haftpflichtproblematik aus dem Beruf aus.

Berufshaftpflichtversicherung

Viele Hebammen geben den Beruf auf

  • Melanie Reinsch
    VonMelanie Reinsch
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Die Berufshaftpflichtversicherung für Hebammen steigt zum 1. Juli wieder an bringt sie noch stärker in Existenznot. Viele können die Belastung nicht mehr stemmen.

Immer höhere Haftpflichtversicherungen bringen freiberufliche Hebammen weiter in Existenznot. Vom 1. Juli an kostet die Gruppenhaftpflichtversicherung des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) statt 6274 Euro im Jahr nun noch mal 569 Euro mehr. 2017 steigt die Versicherung erneut: Dann schlägt die Berufshaftpflicht mit 7639 Euro zu Buche.

Trotz des sogenannten Sicherungszuschlags der gesetzlichen Krankenkassen, den der Hebammenverband vor einem Jahr aushandeln konnte, müssen die Geburtshelferinnen noch 1954 Euro selbst aufbringen. „Das sind umgerechnet etwa zehn Geburten à elf Stunden Arbeit“, sagte Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied des DHV am Donnerstag in Berlin.

Eine Beleg-Hebamme, die 71 Geburten im Jahr begleite, erziele ohnehin nur einen Jahresumsatz von etwa 17 000 Euro. Die Vergütung sei immer weiter gesunken. „Wir wussten alle, dass wir nicht reich werden in diesem Beruf, aber wir müssen auch angemessen bezahlt werden“, forderte Jeschke. Hebammen seien ein unverzichtbarer Kompass auf dem Weg zur Elternschaft.

Die betroffenen rund 2600 freiberuflich in der Geburtshilfe tätigen Hebammen begleiten 21 Prozent aller Geburten in Deutschland – in Kliniken, in Geburtshäusern und zu Hause.

Hintergrund für die hohen Versicherungsprämien sind die steigenden Kosten. Dazu zählen sowohl Aufwendungen für die medizinische, pflegerische als auch die soziale Versorgung und lebenslange Einkommenssicherung der Geschädigten. Hohe Prozess- und Anwaltskosten kommen außerdem hinzu.

Anspruch auf den Sicherungszuschlag hätte ohnehin nur ein Teil der Hebammen, erklärte Jeschke. Um ihn zu erhalten, muss eine Hebamme zum Beispiel mindestens eine Geburt pro Quartal durchführen. Private Krankenkassen zahlen gar keinen Ausgleich für diese Haftpflichtkosten. Außerdem wird er nur rückwirkend gezahlt, so dass die Geburtshelferinnen kaum Planungssicherheit haben.

Viele Hebammen steigen aufgrund dieser Haftpflichtproblematik aus dem Beruf aus, was zur Folge hat, dass auch viele Kreißsäle und Geburtshäuser schließen müssen. „Wenn wir nicht endlich eine tragbare Lösung bekommen, steigen die Haftprämien jährlich weiter und immer mehr Hebammen steigen aus dem Beruf aus“, glaubt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes.

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