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Verstecktes Geld

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Von: Tobias Schwab

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Zehn Billionen Dollar sind in Steueroasen geparkt, wie der Schattenfinanzindex 2022 feststellt. Ganz vorne mit dabei sind die USA - und auch Deutschland.

Warum ist es so schwer, Sanktionen gegen russische Oligarchen durchzusetzen? Weil die - wie viele andere - ihr Vermögen gut verstecken können. Da rächt sich jetzt, dass Intransparenz lange Zeit quasi ein Geschäftsmodell war und noch ist, mit dem Staaten Privatpersonen und Konzerne mit ihren Milliarden locken.

US-Finanzministerin Janet Yellen selbst bezeichnete Ende 2021 die USA als „möglicherweise besten Platz, um illegitimes Vermögen zu verstecken“. Das bestätigt der am Dienstag veröffentliche Schattenfinanzindex 2022, in dem die Vereinigten Staaten den unrühmlichen ersten Rang belegen. Tatsächlich sind nicht die Steueroasen in der Karibik das Hauptproblem. Sondern mit den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Japan fünf der G7-Staaten, in denen laut Report die Hälfte der in Schattenfinanzplätzen geparkten Billionen vermutet werden.

Das vom Tax Justice Network herausgegebene Ranking führt 141 Länder auf und bewertet sie nach 20 Kriterien - dabei wird der Grad der Intransparenz mit der Größe des Finanzplatzes kombiniert.

Der globale Schattenfinanzmarkt schaffe Anonymität für Vermögenswerte von geschätzt zehn Billionen US-Dollar und behindere den Kampf gegen organisierte Kriminalität, Korruption und versteckte politische Einflussnahme, kommentierte Attac Deutschland den Report.

Hinter den USA führen die Schweiz und Singapur die aktuelle Liste an. Auf Platz sieben folgt Deutschland – das 2020 noch an 14. Stelle stand. Die Bundesrepublik habe noch großen Nachholbedarf bei der Transparenz von wirtschaftlichem Eigentum, erklärte Anna-Maija Mertens, Geschäftsführerin von Transparency International Deutschland.

So seien hierzulande im 2017 beschlossenen Transparenzregister noch lange nicht alle Unternehmen erfasst, erklärte Christoph Trautvetter vom Netzwerk Steuergerechtigkeit. Und oft seien nur Anwälte als Treuhänder eingetragen, damit blieben die eigentlichen Eigentümer oder Eigentümerinnen im Dunkeln, sagte Trautvetter der FR.

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