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„Allen Prognosen und Vorbereitungen zum Trotz hat die DB die Lage nicht im Griff“, urteilt der Stellvertretende Vorsitzende der EVG, Klaus-Dieter Hommel.

Verspätungen und Ausfälle

Gewerkschaft greift Bahn wegen Hitze-Problemen an

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Die Eisenbahngewerkschaft EVG: „Uns liegen drastische Berichte von Beschäftigten vor, die zum Teil unhaltbare Zustände in den Zügen aufzeigen“.

Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat bei der Deutschen Bahn (DB) zu Verspätungen und Zugausfällen geführt. Waggons mussten wegen Überhitzung geschlossen werden und Passagiere wieder aussteigen. Gleichwohl sagte ein Konzernsprecher am Freitag der Frankfurter Rundschau, dass das Unternehmen die hohen Temperaturen relativ gut gemeistert habe. Das sieht die Eisenbahnergewerkschaft EVG offenbar ganz anders.

„Allen Prognosen und Vorbereitungen zum Trotz hat die DB die Lage nicht im Griff“, teilte der Stellvertretende Vorsitzende der EVG, Klaus-Dieter Hommel, am Wochenende in einer Stellungnahme mit. „Uns liegen drastische Berichte von Beschäftigten vor, die zum Teil unhaltbare Zustände in den Zügen aufzeigen.“

Es sei fahrlässig, wenn die Beschäftigten bei nicht funktionierenden Klimaanlagen und drückender Hitze in den Wagen angehalten werden, die Züge zu fahren, so Hommel weiter. Allein am Donnerstag seien nach Informationen der Gewerkschaft wegen der Hitzewelle 88 Züge komplett, 111 zum Teil ausgefallen. „Überfüllte Züge und eine schlechte Informationspolitik führen zu massiven Verärgerungen der Fahrgäste, die sich in Wut ausdrückt. Die Einzelheiten in den Berichten unserer Kolleginnen und Kollegen sind erschreckend.“

Eigenmächtig entscheiden

Die Gewerkschaft forderte die Beschäftigten auf, künftig selbst zu entscheiden, ob sie ihre Dienste im Sinne der Kunden, aber auch ihrer eigenen Sicherheit noch erbringen könnten.

Für den Freitag hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass die witterungsbedingten Zugausfälle im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen hätten. Dazu geführt hätten Weichenstörungen, Böschungsbrände und Probleme mit Klimaanlagen und Fahrmotoren. Der Freitag sei schwieriger gewesen als der Donnerstag. Insgesamt stellte die Bahn die Lage besser dar als die EVG.

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