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Finanzen

Hohe Kosten für Versicherungen – Welche sind ihr Geld wirklich wert?

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
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Ein Großteil der monatlichen Fixkosten werden für Versicherungen fällig. Doch welche sind überhaupt sinnvoll? Und wo kann man Geld sparen?

  • Durch Corona* sind viele Menschen dazu gezwungen, ihre Kosten zu reduzieren und Geld zu sparen.
  • Gerade Versicherungen verursachen einen Großteil der monatlichen Fixkosten.
  • Einige Versicherungen sind existenziell, andere sind entbehrlich und echte Kostenverursacher.

Frankfurt – Einem Menschen begegnen im Laufe seines Lebens so manche Risiken. Um diese zu minimieren, verkaufen Versicherungsunternehmen Schutz für nahezu jede Lebenslage. Von gängigen Versicherungen wie Hausrat- und privater Haftpflicht- bis hin zu Hochzeits-Rücktrittsversicherungen und Verträgen bei neuen TV- oder Haushaltsgeräten.

Doch welche der zahlreich angebotenen Versicherungen sind wirklich sinnvoll? Und für welche Policen kann man sich das Geld sparen? Gerade durch die Corona-Pandemie sind viele Menschen dazu gezwungen, ihre Ausgaben sorgsam im Blick zu halten und Kosten zu kürzen. Versicherungen und Altersvorsorge* können einen erheblichen Anteil der monatlichen Fixkosten verursachen. Einige sind gar teurer als der eigentlich im Ernstfall entstehende Schaden. Wo lohnt es sich zu sparen und wo nicht?

Die häufigsten Versicherungen in DeutschlandAnteil der Haushalte
Private Haftpflichtversicherung83 Prozent
KFZ-Versicherung81 Prozent
Hausratsversicherung76 Prozent
Rechtsschutzversicherung46 Prozent
private Unfallversicherung42 Prozent
Quelle: capital.de

Unflexibel und teuer: Langfristige Sparverträge sind für junge Menschen häufig unattraktiv

Langfristige Sparverträge wie Lebens- und Rentenversicherungen sind in der Regel unflexibel und teuer und bringt gerade in der sogenannten Nullzins-Ära kaum nennenswerter Ertrag. Dennoch warnt die Verbraucherzentrale Sachsen davor, die Police blindlinks zu kündigen. Denn manche Anbieter behalten bei der Kündigung Abschluss- und Verwaltungsgebühren ein - teilweise in Höhe von mehreren 1000 Euro. Um finanzielle Einbußen zu vermeiden, können Verbraucher:innen den Vertrag beitragsfrei stellen. In dem Fall bleibt der Schutz der Versicherung erhalten, der monatliche Beitrag wird gespart. Die genauen Konditionen sind in den jeweiligen Verträgen festgehalten.

Speziell bei Lebensversicherungen, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 31. Dezember 2007 abgeschlossen wurden, bietet sich darüber hinaus noch die Möglichkeit, den Vertrag auf Widerspruch zu prüfen. Sollte der Versicherer den Kunden nicht korrekt über das Widerspruchsrecht belehrt haben, kann von diesem unbefristet Gebrauch gemacht werden. Abschluss- und Verwaltungskosten müssen demnach vonseiten des Anbieters erstattet und eine Entschädigung gezahlt werden, das berichtet die deutsche Presseagentur (dpa).

Eigene Arbeitsfähigkeit: Versicherung sichert monatliches Einkommen ab

Laut ntv.de sind diese Versicherungen gerade für junge Menschen kaum noch attraktiv. Vor allem dann, wenn diese sogar noch mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung gekoppelt ist. Will man in diesem Fall die zum Teil hohen Ausgaben für die Police stoppen, ist auch die Berufsunfähigkeitsversicherung futsch. Daher sollte diese im besten Fall immer separat abgeschlossen werden.

Für privat Krankenversicherte steigen die Beiträge Pflegetagegeldversicherung. Foto: Bodo Marks/dpa-tmn

Denn klar ist: Die eigene Arbeitsfähigkeit sollte man unbedingt absichern, um das monatliche Einkommen auch im Fall einer Berufsunfähigkeit aufgrund einer dauerhaften Erkrankungen oder Verletzung zu sichern. Es wird empfohlen diese Versicherung möglichst früh abzuschließen. Dann ist die Police in der Regel noch für wenig Geld zu bekommen.

Unfall und Krankenhausaufenthalt: Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Nicht so deutlich ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit laut ntv.de bei Unfallversicherungen zu beantworten. Natürlich ist die Angst vor einem Unfall groß. Ganz zu schweigen von der Angst, bleibende gesundheitliche Beeinträchtigungen oder schwere Behinderungen davonzutragen. Zunächst klingt es also plausibel, eine solche Versicherung abzuschließen. Tatsächlich ist es allerdings so, dass nur zwei Prozent aller Schwerbehinderung als Folge von Unfällen auftreten. Darüber hinaus sind die Summen aus den Unfallpolicen zumeist nicht hoch genug, um den entstandenen Schaden auch nur im Ansatz abzudecken.

In Sachen Krankenhaustageversicherung sind sich viele Verbraucherschützer dagegen einig: Sie lohnt nicht. Ein Verdienstausfall ist ohnehin über die gesetzliche Krankenversicherung* für die Dauer von sechs Wochen abgesichert. Außerdem zahlt die Versicherung nur für medizinisch notwendige Krankenhausaufenthalte, nicht aber für die ambulante Betreuung zu Hause. Auch für Zusatzleistungen wie Einzelzimmer und Chefarztbehandlung übernehmen die Anbieter im Normalfall keine Garantie.

Sinnvoller sei dagegen die Entscheidung zu einer Krankentagegeldversicherung. Sie deckt im Bedarfsfall die entstehende finanzielle Lücke zwischen Krankengeld und dem normalen monatlichen Einkommen ab.

Versicherungen als Kostenverursacher: Wo lässt sich bares Geld sparen?

Auch die Angst, dass Angehörige nach dem eigenen Tod viel Geld für die Bestattung in die Hand nehmen müssen, bringt viele dazu, eine Versicherung abzuschließen. Doch solche Sterbegeldversicherungen sind meist teuer - vor allem für ältere Menschen. Schließt beispielsweise ein 65-Jähriger eine Police ab, die den Hinterbliebenen im Sterbefall 5000 Euro zusichert, werden nicht selten 30 Euro im Monat fällig. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren wären das schlussendlich 7200 Euro und damit deutlich mehr als tatsächlich vom Anbieter ausgezahlt wird. Das Einrichten eines eigens diesem Zweck dienenden Bankkontos ist in vielen Fällen daher günstiger.

Zu den Kostenverursachern, die viele Personen monatlich bares Geld kosten, zählen beispielsweise auch die Insassenunfallversicherung - diese ist nämlich in der KFZ-Versicherung bereits mit abgedeckt - sowie Geräte- und Glasbruchversicherung. Im Schadensfall entstehen hier meist geringe Kosten. Außerdem werden bei den entsprechenden Versicherungen zumeist nur die Zeitwerte der Geräte erstattet. Hier gibt es also durchaus Potenzial zum Sparen.

Einige Versicherungen können getrost gekündigt werden, andere sind ihr Geld wert. (Symbolbild)

Private Haftpflicht als wichtigste Versicherung: Hausratsversicherung lohnt nicht immer

Viele - auch fahrlässig verursachte - Schäden werden auch von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt. Sie gilt als wichtigste Versicherung überhaupt. Insbesondere Wenn Personen oder Gebäude zu Schaden kommen, werden schnell horrende Summen fällig, die im Einzelfall auch schnell existenzbedrohend sein können.

Auch der Abschluss einer Hausratsversicherung wird von zahlreichen Verbraucherschützer:innen empfohlen. Vor allem wenn es sich um eine besonders kostspielige Einrichtung handelt. Die Versicherung deckt dann durch Wasserschäden oder Brände entstehenden Beschädigungen am Mobiliar ab. Ob die teure Police sich wirklich lohnt, sollte allerdings je nach Einzelfall und Einrichtung entschieden werden. (Yannick Wenig) *fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks

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