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Die Zahl der Kfz-Policen konnte dabei binnen Jahresfrist um 126 000 auf nun 8,6 Millionen versicherte Fahrzeuge gesteigert werden.

Wachstum

Allianz schafft die Trendwende

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Der Versicherer wächst in Deutschland stärker als fast alle Konkurrenten.

Die Digitalisierungsstrategie des Münchner Versicherungsriesen Allianz ist 2018 in Deutschland aufgegangen. Eine bemerkenswerte Trendwende ist dabei in der Schadens- und Unfallversicherung gelungen. „Wir haben in der Sachversicherung einen Strategiewechsel geschafft“, freute sich Deutschland-Chef Klaus-Peter Röhler. Basis dafür seien neue Kfz-Policen gewesen. Einfach und digital, lautet die Stoßrichtung. Wer online eine Police sucht, hat bei der Allianz binnen 60 Sekunden ein Angebot, was die Münchner als schnellste Antragsstrecke im Markt feiern. Das „Prinzip einfach“ soll nach und nach auf andere Sparten übertragen werden, was aber ein zweischneidiges Schwert ist.

Zahl der Jobs fast konstant

Verbraucher haben Vorteile, weil es immer einfacher wird, Policen abzuschließen oder Schäden ebenfalls digital zu melden. Für den Konzern wirkt das kostensenkend, macht aber beim Personal so manchen Job überflüssig. Kompensieren lässt sich das nur durch einen betonten Wachstumskurs. Das ist 2018 über alle Sparten von Schadens- und Unfall- bis zur Lebens- und Krankenversicherung geglückt.

Mit Sachversicherungen ist die Allianz in Deutschland dabei erstmals seit vielen Jahren mit einem Beitragsplus von vier Prozent auf 10,5 Milliarden Euro Umsatz stärker gewachsen als der Markt mit etwa 3,3 Prozent. Die Zahl der Kfz-Policen konnte dabei binnen Jahresfrist um 126 000 auf nun 8,6 Millionen versicherte Fahrzeuge gesteigert werden. Klarer Marktführer bleibt hier weiter die HUK Coburg mit nahe zwölf Millionen versicherten Fahrzeugen. Der Allianz ist aber jüngst ein Coup gelungen, indem sie beim ADAC den Konkurrenten Zurich als Kooperationspartner für Kfz-Policen ausgestochen hat. Es geht hier um einen Bestand von 650 000 Policen, der ab diesem Jahr der Allianz zufällt.

Eine hierzulande schier alles dominierende Macht ist die Allianz mit ihrer in Stuttgart ansässigen Lebensversicherung. Hier lag das Beitragswachstum im vergangenen Jahr mit 6,6 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro um das Dreifache über dem Markt. Jede dritte in Deutschland neu abgeschlossene Lebenspolice fällt derzeit der Allianz zu. Vorigen Herbst wurde erstmals die Grenze von zehn Millionen Lebensversicherten überschritten.

Die Allianz punktet mit garantiereduzierten Produkten, die heute gut 90 Prozent des Neugeschäfts ausmachen. Nur noch eine von zehn verkauften Lebenspolicen ist klassisch mit einer Garantieverzinsung ausgestattet.

Auch mit Krankenpolicen hat die deutsche Allianz-Tochter 2018 mit 2,8 Prozent Beitragsplus auf 3,5 Milliarden Euro ein stärkeres Wachstum als der Markt mit etwa zwei Prozent hingelegt.

Unter dem Strich konnte die Allianz Deutschland mit 36,4 Milliarden Euro 2018 einen neuen Umsatzrekord erzielen. Mit 5,5 Prozent sind die Münchner gut doppelt so stark wie der Markt gewachsen. Das hat es erlaubt, den digitalisierungsbedingen Jobabbau in Grenzen zu halten. Die Zahl der Stellen verringerte sich um 167 auf knapp 26 700. Der Gewinn nach Steuern sank aber per Steuereffekt und höhere Abschreibungen auf Kapitalanlagen leicht auf 1,6 Milliarden Euro.

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